Da fahre ich heute morgen zum Waldstadion, um mir ein vermeintlich lockeres Training vor dem Freunschaftsspiel in Stadtallendorf reinzuziehen....
Erster Schreck: verdammt, die Wachttürmler sind immer noch da! Große Parkplatznot. Nach einigem Umhergegurke fahre ich einfach ran an Tor 3, führe ein sehr nettes Gespräch mit dem jehova-eigenen Wachdienst -und der läßt mich tatsächlich reinfahren. Fußballfreund.
An der Wintersporthalle -surprise, surprise- am Eingang kleines Tischchen aufgebaut, Kühlboxen, Latexhandschuhe, medizinische Tüchlein...oha, das sieht nach Laktat-Test aus.
Dieser Laktat-Test unterschied sich in einigem von dem im letzten Winter in Neu-Isenburg.
Gelaufen wurde heute auf Rasen (nicht auf einer Laufbahn), natürlich dementsprechend in Fußballschuhen (und nicht in Laufschuhen). Die Strecke betrug nicht 5x1200m = 6000m, sondern es wurden gelaufen 500m - 600m - 700m - 800m - 900m = 3500m, nach jeder Distanz natürlich Temposteigerung, dazwischen immer Pulsfrequenz, Herzfrequenz und Ohrläppchenblut. Und Skibbes Anweisung (auch ein Unterschied zu damals), wer nicht mehr kann (zur Veranschaulichung bedeutete er an dieser Stelle die halsabschneidende Geste!) soll einfach raus, aufhören.
Gleich vorneweg: die ersten vier Distanzen, also 2600m, haben alle mitgehalten. Bei der letzten, längsten und natürlich temposchärfsten Distanz von 900m sind die meisten ausgestiegen. Wen´s im einzelnen interessiert:
2800m - Ama, Nikolov,
3000m - Meier, Köhler, Russ, Libero, Teber, Caio, Vasoski, Fährmann
3200m - Steinhöfer, Mehdi, Franz, Pröll, Alvarez, Heller, Tosun
3600m - Ochs, Jung, Spycher, Korkmaz, Bellaid, Petko, Titsch-Rivero, Toski (man höre und staune)
Die beiden härtesten waren -man glaubt es kaum- unsere beiden Linksverteidiger, Spycher und Petkovic. Wobei Petkovic noch einen Tick ehrgeiziger war und vom Personal immer wieder abgebremst wurde, weil er sich öfter nicht an die vorgegebenen Tempi hielt und damit seine Gruppe in Schwierigkeiten brachte (Teber, Franz, Caio, Pröll, Nikolov).
Natürlich wurden die Läufer auf der letzten Strecke vom Betreuerteam stark angefeuert und motiviert. "Komm, noch´ne Runde, bleib dran, nochmal beißen, eine geht noch, kommkommkomm...". Und Lob und Anerkennung für jeden einzelnen und seine Leistung. Bei dieser Ansprache mußte sich keiner geringerwertig fühlen, jeder konnte mit seiner Leistung ein kleines bißchen zufrieden sein. Keine betretenen Gesichter. Sehr angenehme Atmoshäre. Skibbisch eben. Brisanz rausgenommen. Wir haben eine Leistungs-Standortbestimmung gemacht, zwischen zwei Trainingslagern. Nichts weiter.
Ich habe während der Aufräumarbeiten den Trainer gefragt. "Herr Skibbe, ist morgen, Montag, nochmal Training?" - "Nein, höchstwahrscheinlich nicht." - "Wie, höchstwahrscheinlich nicht, wovon hängt das denn ab?" - "Wenn wir heute abend gewinnen, ist morgen trainingsfrei." - "Also ist morgen trainingsfrei!" - ""Ja, das hoffe und wünsche ich doch sehr."