Ich finde es durchaus legitim, auch den Faktor Publikum zu beleuchten.
Klar ist mal, das es doch bundesweit recht einzigartig intensiv und kreativ herging in Frankfurt - Vergangenheitsform zumindest wenn man bis zum Pokalfinale zurückblickt.
Dieser "zügig schleichende" Wandel zum heutigen Status Quo ist nicht nur uns aufgefallen, sondern auch den "stillen Geniessern" auf den Tribünen, natürlich auch der Mannschaft und dem Umfeld. Das was wir heute in Stadion bieten ist natürlich alles andere wie eine Entschuldigung für die gebotenen Leistungen, aber man darf natürlich auch nicht vergessen, welche Wirkung der Wandel hat. Was denkt & fühlt ein Spieler, der sich an die Mannschaft herankämpft, der führen soll, der in einem Leistungsloch steckt und heraus möchte, wenn diejenigen, welche einst Flügel verliehen nun die Keule rausholen? Was ändert sich für einen sensiblen Spieler, wenn die Macht welche die letzten Prozentpunkte herauskitzeln kann einem plötzlich nach 10 Minuten mit Gewalt vors Schienenbein tritt?
Ich wiederhole mich gerne, keinesfalls geht es hier darum welches Verhalten gerechtfertigt ist, oder nicht, es geht mir nicht darum, das irgendwer Schuld an etwas hat oder nicht. Es geht hier mal einzig darum, das in meinen Augen dieser drastische Wandel vom bedingungslosen, fantastischen, beneideten und einzigartigen Vereins.- und Erfolgsorientierten Fan zu einem kritischen, Pfeiffenden und raus rufenden Mob verkommen ist. Sitzen, motzen, pfeiffen, statt singen, tanzen, klatschen. Wir stehen da rum, mit den Händen in den Hosentaschen und rufen wir wollen Euch kämpfen sehen. Tja, früher hätte man sagen können wir geben 90 Min Gas, das wollen wir zurück.
Das es bei uns eine "dreifache" Trennung gegeben hat, spätestens seit Bieledings, dem möchte ich mich gefühlsmässig anschliessen. Zum einen die verbannten Ultras, wie auch die verbliebenen lange nicht mehr so lautstarken und mitreissenden Ultras, dann deren Sympathiesanten, zumindest was den Support anbelangt, der alteingesessene Rest der Kurve und des Stadions welcher "relativ" leistungsunabhängig mitgeht und anpeitscht, sowie zu guter letzt diejenigen, welche Leistungen, Tabellenplätze, Tore und vieles mehr für Ihr Geld verlangen, die urplötzlich nicht geahnte Lautstärken zu Tage fördern, die ihnen nur dann in den Sinn kommen, wenn die in Ihren Augen falschen Personen auf Platz oder Bank anwesend sind, bzw. die Leistungen nicht den eigenen Erwartungen entsprechen. Das alles ist zwar durchaus legitim, aber eben auch eine drastische Veränderung, besonders innerhalb dieser Saison.
Wer nun erwartet, das dies einen Spieler kalt lässt, der zuvor über Monate hinweg Gänsehaut schon beim Warmmachen bekam, der betrachtet das in meinen Augen ein bischen emotionslos bis blauäugig. Vor allem wenn eine generelle Verunsicherung durch die verschiedensten Faktoren und sportliche Situation hinzukommen.
Die meisten Vereine würde ein Verhalten wie wir es die letzten 10 Heimspiele ablieferten, berechtigterweise zum Jubilieren veranlassen. Bei uns ist es eben ein sehr drastischer Wandel, der bei dem geschaffenen, sehr innigen Verhältnis eben auch negative Auswirkungen hat.
Sachlich betrachtet:
Mit
schuld an der aktuellen Situation möchte ich es nicht nennen. Ich nenne es mal
bewirken. Schuldig kann ich uns nicht sprechen, denn dann würde ich uns ein Fehlverhalten bescheinigen. Wir Fans sind zu garnichts verpflichtet, der neutrale, oder eintrachtlastige Zuschauer ist es auch nicht und so ist der Wandel der vergangenen Monate lediglich eine Wirkung, die zum negativen Verlauf eher beiträgt.
Emotional und aus meinem Herzen betrachtet finde ich es mehr wie schäbig, in welcher Art und Weise hier im Forum und draussen im Walde auf Menschen draufgehauen wird. Das Männer mit dem Adler auf der Brust nach 8 Minuten runtergesaut werden, lässt mich wehmütig an Zeiten zurückdenken, wie Adlerträger nach solchen Aktionen mit Sprechchören zu Höchstleistungen angestachelt wurden, das Sie sich die Hacken so lange blutig liefen, bis die Scharte ausgewetzt war und nicht schützend vom Platz geholt wurden. Hätte mir ein solches Verhalten jemand vor 12 Monaten prophezeit, so hätte ich Ihn ungläubig nach seinem Konsumverhalten befragt. Dieses Verhalten hatte uns seinerzeit einzigartig und mich unfassbar stolz gemacht, heute muss ich eingestehen, das wir diese Einzigartigkeit gg. eher schwaches Allerweltsverhalten getauscht haben.
Ich gehe mittlerweile davon aus, das bei der Mannschaftsaufstellung, sollten die Namen Rehmer und Huggel fallen, fast schon gepfiffen wird. Aachen wird es freuen, die einst ehrfürchtig zu uns aufblickenden Fussballfans anderer Vereine wird es freuen, die Oxxen, die M1er, alle werden sich freuen und über uns lachen. Nur unsere Mannschaft, die verunsichern und schädigen wir hierdurch nachhaltig, wir schädigen den Verein und unser eigenes Ansehen. Das ist wie sich selbst mal schnell auf die Schuhe pinkeln und dann auf den Laufsteg zu klettern. Ach und eh ich´s vergesse, natürlich hat jeder hat das Recht dazu zu pfeiffen, nur zu.