2003-2004

Mai '03

Ende Mai wurde die Option Ervin Skela’s Vertrag um ein Jahr zu verlängern gezogen. Der 26jährige albanische Nationalspieler dürfte auch in der ersten Bundesliga eine wichtige Rolle spielen. Ebenfalls wurde Jens Keller für weitere zwei Jahre an den Verein gebunden. Auch Eintracht-Urgestein Uwe Bindewald entschied sich dazu noch ein weiteres Jahr dranzuhängen.

In der fußballlosen Sommerpause häuften sich die Gerüchte um einen künftigen Investor oder Manager bei der Eintracht in den Medien. Dabei fielen viele Namen, doch von der Seite der Eintracht gab es dazu keine oder nur geringe Stellungnahmen, weshalb man weiter auf diese Entscheidungen gespannt sein durfte.

Juni 2003

Am 16. Juni erteilte die DFL den 36 Proficlubs die Lizenz. Noch am selben Tag wird der Vertrag mit Andree Wiedener um ein weiteres Jahr verlängert.

Dann der Moment auf den alle gewartet haben: Der Spielplan für die 1. Bundesliga Saison 2003/2004 wird veröffentlicht. Bei der Eintracht war man sich nicht sicher, ob man sich über den Auftaktgegner FC Bayern München freuen oder ärgern sollte. Im Nachhinein gestand Trainer Reimann ein, dass es wohl doch besser gewesen wäre, wenn man einen anderen Gegner am 1. Spieltag gehabt hätte. Auf jeden Fall hatte man die Ehre als Gegner des deutschen Meisters das Saisoneröffnungsspiel zu bestreiten. Bayer Leverkusen wurde als Gast für das erste Heimspiel im Waldstadion nach zweijähriger Erstligaabstinenz erwartet.
Ebenfalls wurde bekannt, dass von nun an wieder die ARD in der Sportschau über die Bundesliga berichten wird. Einige Wochen später wurde das DSF als Rechteinhaber der Sonntagspartien bekannt.

Am 27.Juni '03 wurden bei einer Aufsichtsratssitzung zwei Kandidaten als Nachfolger von Volker Sparmann für den Posten als Vorstandsvorsitzenden vorgestellt. Für die Öffentlichkeit wurden allerdings noch keine Namen bekannt gegeben.
In der Zwischenzeit kamen auch die üblichen Sonderhefte raus, in denen stets die sogenannten Experten zu Wort kommen durften. Die Eintracht wurde hierbei als Absteiger Nummer 1 gehandelt, was der Mannschaft nur noch mehr Ansporn brachte, sie im Laufe der Saison vom Gegenteil zu beweisen.

Am 30. Juni '03 berief Reimann seine Schützlinge zum Trainingsauftakt, nur Cha und Cipi waren noch nicht dabei.

Juli '03

Der Juli war der Monat der Spekulationen in der Presse um den neuen Vorstandsvorsitzenden. Während dies heiß diskutiert wurde, konzentrierte sich die Mannschaft rein auf das Sportliche und fuhr in den Testspielen einen Kantersieg nach dem anderen ein.

Der Hammer folgte am Abend des 5. Juli bei der Auslosung für die 1. Runde des DFB-Pokals: Die Eintracht bekam die Nachbarn aus Offenbach zugelost. Das Spiel sollte auf Grund des Heimrechts des Regionalligisten, den Kickers, im Stadion Bieberer Berg stattfinden. Die Nachfrage nach Eintrittskarten ließ bereits am Tag darauf alle Telefonhotlines heiß klingeln. Nur drei Tage später wird der HR den bisherigen Medienpartner FFH im Waldstadion ablösen. André Rothe wird somit wieder Stadionsprecher, sein letztes Spiel als Stadionsprecher „bestritt“ er beim legendären 5:1 Sieg über Kaiserslautern im Mai 1999.
Nachdem nur fünf Tage nach Bekanntgabe des Pokalgegner bereits der komplette Bieberer Berg ausverkauft war, begannen bei den Fans die Bemühungen, dass das Spiel im Fernsehen übertragen werden sollte. Nach einigem Hin und Her war dies dann auch geschafft, der HR konnte diese positive Nachricht vermelden.
Am 21. Juli wurde die letzte Erinnerung an das alte Waldstadion – die Haupttribüne – abgerissen.

Eine Woche vor dem Saisonauftakt lud die Eintracht zur Saisoneröffnungsfeier ans Waldstadion ein. Das Hauptaugenmerk galt neben den ganzen Ständen der Eintracht-Partner natürlich der Vorstellung der Neuzugänge. Ebenfalls wurde der sonnige Tag dazu genutzt, um sich mit den neusten Fanartikeln einzudecken. Jetzt war allen klar: Hier wird bald wieder Erstligaluft zu schnuppern sein.

August '03

Endlich war es soweit: Der 1. August war gekommen und somit das Auswärtsspiel beim FCB. Für die Fans, die nicht nach München fahren konnten oder sich das Spiel nicht allein zu Hause anschauen wollten, bot der HR eine Großbildleinwand auf dem Goetheplatz an. Der große Klasseunterschied wurde aber schnell deutlich, man verlor mit 3:1. Dennoch ein kleiner Gewinn, denn viele hatten eine klar höhere Niederlage erwartet. Das Tor des Abends erzielte Ervin Skela durch einen Freistoß, den er im linken oberen Winkel ohne Chance für Nationaltorwart Oliver Kahn unterbrachte.
Es folgte eine 2:1 Niederlage gegen Bayer Leverkusen durch ein Eigentor kurz vor Schluss von Cipi. Man war also am 2. Spieltag dort angekommen, wo man von vielen Experten erwartet worden war: Auf dem letzten Platz der 1. Bundesliga.
Wenige Tage zuvor trat Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Neppe von seinem Amt zurück, in dem er nur wenige Wochen tätig war. Er begründete seine Entscheidung mit Uneinigkeit im Gremium. Herbert Becker vom Hauptsponsor Fraport übernahm sein Amt kurz darauf.
An der Ostsee dann die bittere Enttäuschung. Ohne große Gegenwehr verlor man bei Hansa Rostock klar mit 3:0.
Montero sorgte daraufhin erneut durch seine Alkoholeskapaden für Schlagzeilen. Zum wiederholten Male erschien er alkoholisiert zum Training, woraus der Vorstand gemeinsam mit dem Trainer seine Konsequenzen zog und ihm kündigte.
Die erste Reaktion auf die bislang 0 Punkte aus drei Spielen war die Verpflichtung von Christoph Preuß auf Leihbasis aus Leverkusen. Dies bestätigte der neue Vorstandschef Peter Schuster am 22. August. Es folgte der erste Punktgewinn der Saison. Im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin schob man sich durch ein 0:0 auf den 16. Tabellenplatz vor.
20 Tage nach seinem Amtsantritt musste Peter Schuster das Feld als Vorstandsvorsitzender wieder räumen. Der Aufsichtsrat zog damit seine Konsequenzen aus den peinlichen Auftritten Schusters in der Öffentlichkeit.
Am 30. August dann der ganz große Coup: Andreas Möller, der eigentlich schon seinen Abschied vom Fußball auf Schalke gefeiert hatte, wird noch einmal für ein Jahr seine Schuhe für die Eintracht schnüren. Im gleichen Zug wurde auch der Brasilianer „Chris vom FC St. Pauli verpflichtet.

Das Pokalspiel bei den Kickers aus Offenbach konnte die Eintracht erst im Elfmeterschießen für sich entscheiden. Durch den entscheidenden Elfmetertreffer von Jones vor 20.500 Zuschauern bewies die Eintracht auch nach über einem Jahrzehnt wer die Nummer 1 am Main ist. Für die zweite Runde bekam die Eintracht den MSV Duisburg im heimischen Waldstadion zugelost.

September '03

Die Verpflichtung des ehemaligen Nationalspielers und Champions-League-Siegers sollte wohl beflügelnd wirken. Bei Borussia Mönchengladbach fuhren die Adlerträger ihren ersten Saisonsieg ein und rutschten das zweite Mal in dieser Saison auf den 13. Platz vor, welcher in der gesamten Hinrunde dann allerdings auch die beste Platzierung bleiben sollte.
Die Ernüchterung folgte nur eine Woche später. Die Fans sorgten mit ihrer größten Choreographie auf der Westtribüne für Standing-Ovations im ganzen Stadion sowie für Aufsehen bei den Gästefans. Die Mannschaft konnte ihre sensationellen Fans aber nicht mit einem Sieg belohnen. Man verlor 3:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Skela handelte sich durch Anspucken eines Gegenspielers auch noch die rote Karte ein und wurde konsequenterweise für vier Spiele wegen unsportlichen Verhaltens gesperrt.
In die „Arena auf Schalke“ ging es am 7. Spieltag, wo man durch eine souveräne Leistung des Neuzugangs Chris, der sich diese selbst mit einem Tor krönte, einen Punkt mitnehmen konnte.

Der nächste Gegner aus dem Ruhrpott war am 8. Spieltag zu Gast in Frankfurt. Die Dortmunder Borussia, die das Spiel mit viel Glück knapp mit 1:0 gewinnen konnte.

Oktober '03

Jetzt begann die Zeit der strittigen Schiedsrichterentscheidungen. Nachdem ein Tor von Du-Ri Cha im Spiel gegen Leverkusen wegen angeblicher Abseitsposition aberkannt wurde, wurde im Spiel in der Woche drauf beim TSV 1860 München dem Gegner in der 90. Minute ein Elfmeter geschenkt – Lauth legte eine saubere Schwalbe hin. Dadurch verlor die Eintracht 1:0 und somit auch einen wichtigen Punkt für den Abstiegskampf. Ein klares Foul an Chris im 60er Strafraum hingegen wurde nicht erkannt. Aber dies sollte noch harmlos sein gegen das, was in den folgenden Wochen passieren sollte.
Mitte Oktober musste die Eintracht nach Auflagen der DFL durchgreifen. Weil einige „Fans“ beim Spiel gegen den FCK deren Torhüter Wiese mit etlichen Gegenständen bewarfen, wurde von nun an das Mitbringen von PET-Flaschen verboten.
Im letzten Punktspiel des Oktobers konnten die Adlerträger gegen den Mitaufsteiger 1. FC Köln drei wichtige Punkte zu Hause behalten. Durch Tore von Frommer und Dragusha verließ man vorerst wieder die Abstiegsränge.
Auf dieses Erfolgserlebnis folgte dann jedoch wieder ein trübes Ergebnis. In der zweiten Runde des DFB-Pokals unterlag man dem MSV Duisburg in der Verlängerung mit 2:1.  Vor dem Anpfiff machten die Fans auf die Vorkommnisse in den letzten Wochen bei den Heimspielen durch Spruchbänder aufmerksam. Darauf war unter anderem zu lesen: "Haben wir was verpasst? Oder sind wir im eigenen Stadion der Gast" sowie "Willkür, Schikane und Kommerz - Da blutet unser Herz". Denn viele fühlten sich auf Grund der Polizeiaktionen im Heimstadion wie Fans der Gastmannschaft.
Am Tag nach der peinlichen Niederlage schmückte das Konterfei von Abwehrspieler Tsoumou-Madza die Zeitungen. Er wurde wegen sexueller Belästigung zu sechs Monaten auf Bewährung sowie 10.000 € Geldstrafe verurteilt. Weitere Konsequenzen von Seiten der Eintracht hatte er nicht mehr zu befürchten, so äußerte sich zumindest Vorstandssprecher Heiko Beeck.

November '03

Zu Beginn des Novembers reiste das Team zum Tabellendritten, dem SV Werder Bremen. Was folgte war allen klar: Man verlor mit 3:1, wobei der Ehrentreffer noch ein Geschenk von Torhüter Reinke war, der eine ungefährliche Flanke von Chris ungehindert ins eigene Tor schaufelte.
Trotz sehr guter Leistungen verlor die Eintracht auch die folgenden zwei Spiele, in welchen sich jedoch die Fehlentscheidungen gegen die Eintracht zu häufen begannen. Gegen den VfB Stuttgart (2:0) wurde ein klares Foul von Hildebrand an Beierle nicht mit Foulelfmeter geahndet und zudem eine Kopfnuss von Amanatidis nicht mit der roten Karte bestraft. Stattdessen wurden Cipi und sein Gegenspieler Meira in der 89. Minute vom Platz gestellt. In Freiburg (1:0) wurde in der 19. Minute ein Tor von Skela aberkannt, weil Cha zuvor ein Foul begangen haben soll, doch er wurde eigentlich von seinem Gegenspieler zu Fall gebracht. Kurz vor dem Pausenpfiff trat Skela einen Freistoß, welcher von Bajramovic im Strafraum mit der Hand gespielt wurde. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen. In der 68. Minute folgte nach einer Flanke von Skela auf Chris ein erneutes Handspiel von Bajramovic im 16er, doch wieder blieb der Elfmeterpfiff aus. Knappe fünf Minuten später wird dann mal ein Handspiel von Diarra geahndet, doch die fällige Verwarnung blieb in diesem Fall aus – es wäre die gelb-rote Karte für den Freiburger gewesen. Ob es kurz vor Schluss nach einem Foul an Beierle auch noch einen Elfmeter hätte geben müssen, sei einfach mal dahin gestellt. Bitter enttäuscht über diese Leistung der Schiedsrichter sprach Trainer Reimann in seiner Wut nach dem Spiel von „Methode“ und „Schikane“. Die Fans stimmten mit ihm absolut darüber überein.
Während die Gerüchte um eine Verpflichtung Fjörtofts als Manager von vielen als totale Spinnerei abgestempelt wurde, konnte am 16. November eine wichtige Personalie geklärt werden. Der neue Vorstandsvorsitzende würde Heribert Bruchhagen, bis dahin als Geschäftsführer Spielbetrieb der DFL zuständig, ab dem 1. Dezember werden.
Ende November reihte sich dann auch noch Eintracht-Präsident Peter Fischer in die Riege der Buchautoren ein. Er veröffentlichte sein Wirtschaftsbuch in Anlehnung an die Eintracht unter dem Titel „Siegen aus Leidenschaft“.
Auf Grund der bisherigen Schiedsrichterleistungen suchte der Vorstand am 25.11. das Gespräch mit den für das Schiedsrichterwesen verantwortlichen DFB-Mitarbeitern, welche für die Situation der Eintracht durchaus Verständnis zeigten. Beide Seiten sahen die bisherigen Geschehnisse für abgeschlossen und hofften, dass es für den Rest der Saison zu keinen weiteren strittigen Entscheidungen kommen wird.
Vier Tage später kam es zum Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg, wo sich die starke Leistung des Teams einmal ausbezahlt machte. Man schaffte es noch einen 2:0 Rückstand in einen 3:2 Sieg umzuwandeln.

Dezember '03

Mit Beginn des Dezembers dann eine Hiobsbotschaft: Andreas Möller zog sich in der Partie gegen den VfL Wolfsburg einen Muskelfaseriss zu und würde damit für die restlichen drei Spiele der Hinrunde ausfallen.
Zum 45. Jubiläum der Meisterschaft von 1959 rief der Verein in Verbindung mit dem Vereinsarchiv und der Fan- und Förderabteilung zur Aktion „eine Meisterschale für Frankfurt“ auf. Es soll ein originalgetreues Duplikat der „Salatschüssel“ für 2004 zurück in den Trophäenschrank an den Riederwald kommen. Die Finanzierung soll durch Spenden der Fans erfolgen, welche ab 50 € Schalenanteile erwerben können.
An Nikolaus sah es beim zweiten Heimspiel innerhalb von einer Woche gegen Hannover 96 bis kurz vor Schluss nach einem 2:1 Sieg aus, doch in der 88. Minute verwandelte Christiansen einen Foulelfmeter zum 2:2 Ausgleich.
Unglücklich verlor die Eintracht eine Woche später beim VfL Bochum stark ersatzgeschwächt mit 1:0. Doch einige tausend Eintrachtfans blieben noch weit über eine halbe Stunde nach Spielschluss im Stadion, um ihre Mannschaft lautstark anzufeuern. Denn auch in diesem Spiel zeigte die Mannschaft eine gute Leistung, wo am Ende einfach wieder das Quäntchen Glück fehlen sollte.
Das letzte Spiel der Hinrunde gegen den Hamburger SV vor 21.000 Zuschauern im Waldstadion sollte erst ein wenig an die Begegnung gegen Wolfsburg erinnern. Auch hier wurde ein 2:0 Rückstand in ein 2:2 umgebogen, doch das 3:2 für die Adlerträger sollte einfach nicht fallen, und wie es in diesem Fall so kommen muss, kam es dann auch. Der HSV erzielte in der 85. Minute das 3:2. Die größte Chance zum Ausgleich hatte Skela nur wenige Minuten später, doch er scheiterte mit seinem Strafstoß am HSV-Torwart Wächter. Durch diesen Punktverlust rutschte die Eintracht auf den letzten Tabellenplatz ab, und darf sich somit die rote Laterne bis zum Rückrundenstart am 31. Januar an den Weihnachtsbaum hängen.

Doch trotz dieses letzten Tabellenplatzes lässt die gezeigte Leistung der Mannschaft in den vergangenen Hinrundenspielen positiv in die Zukunft blicken und das Ziel, der Klassenerhalt, bleibt natürlich im Auge und ist mit drei Punkten Rückstand auf den 15. Tabellenplatz noch in absoluter Sichtweite. Denn wir alle wissen: Die Eintracht hat es schon aus weitaus aussichtsloseren Situation wieder rausgeschafft.

Januar '04

Im Januar klärte der neue Verantwortliche Heribert Bruchhagen in Zusammenarbeit mit Trainer Willi Reimann zunächst einige Personalien. Die Eintracht trennte sich von Hengemuehle und Vivian, gab den verletzten Jones vor Vertragsablauf an Leverkusen ab und suspendierte Cipi, der im Training mit Verletzungsvorsatz gegen Bindewald zu Werke gegangen war. Der Albaner wechselte nach Oberhausen, wo er Montero wiedertraf. Dafür konnte man mit Hertzsch und Amanatidis zwei gestandene Bundesligaspieler verpflichten. Zusätzlich kam Nascimento, der bei Reimanns Ex-Verein St. Pauli schon mit Chris zusammen gespielt hatte und zum "Spieler der Vorrunde" in der RL Nord gekürt worden war. Er sollte aber nur einmal zu einem Kurzeinsatz kommen. In Kaiserslautern wurde er für die Schlussphase eingewechselt und verlor dann ein entscheidendes Kopfballduell, das dem FCK den Siegtreffer ermöglichte. Später wollte Reimann ihn nicht mehr einsetzen, um ihn zu "schützen". Das einzige Pflichtspiel des Monats konnten die Adlerträger mit einem Unentschieden recht erfolgreich gestalten. Gegen die Bayern egalisierte Skela mit seinem bereits zweiten Treffer gegen Kahn den Führungstreffer von Makaay.

Februar '04 

Der Februar war ein so erfolgreicher Monat, wie er bei Absteigern normalerweise nicht vorkommt. Auswärtssiege in Leverkusen (Kopfballtreffer durch die beiden Neuzugänge Hertzsch und Amanatidis) und Berlin (außer Amanatidis war Cha mit seinem einzigen Saisontreffer erfolgreich) führten mit einem äußerst unglücklichen Heimunentschieden gegen Rostock und einem Sieg gegen Mönchengladbach (es traf für den Gegner der spätere Frankfurter van Lent) zu einem grandiosen Zwischenhoch. 10 Punkte aus 4 Spielen brachten Platz 14 in der Tabelle. Bereits in den ersten 5 Spielen der Rückrunde hatte man fast genauso viele Punkte gesammelt wie in der gesamten Hinrunde. Auch einzelnen Spielern brachte dieser Aufschwung Vorteile. Ioannis Amanatidis wurde zum Spieler des Monats Februar der Bundesliga gewählt. Otto Rehhagel berief ihn zudem im Frühjahr mehrfach in das griechische Nationalteam, das bekanntlich wenige Monate später in Portugal Europameister werden sollte. Weniger gut lief es für Andreas Möller. Er wurde nach einer Verletzung in der Vorbereitung häufig nur für wenige Minuten am Ende eines Spiels eingewechselt, was seinen Freund und Berater Gerster zu der Mutmaßung veranlasste, Reimann sei "stil- und respektlos". Der Trainer ließ das nicht auf sich sitzen und betonte nach dem Sieg gegen Mönchengladbach: "Herr Gerster ist ein ganz, ganz dummer Mensch. So einen müsste man geteert und gefedert vom Hof jagen." Wenig später löste Möller seinen Vertrag mit der Eintracht auf.

März '04

In den März starteten die Hessen mit der erwähnten Niederlage durch ein Gegentor kurz vor Schluss auf dem Betzenberg. Dennoch glaubten die Spieler weiter an sich. Sven Günther, wie Henning Bürger mittlerweile zum Stammspieler avanciert, verkündete im Fan-Chat: "Zu 102 % halten wir die Klasse." So spielten die Adler dann auch gegen Schalke, das mit dem unsicheren Ünlü für den verletzten Stammtorwart Rost agierte. Dreimal konnte die Eintracht treffen und so einen klaren Sieg herausschießen. Es sollte der letzte für lange Zeit bleiben. Mit Heynckes und Assauer hatten die Gelsenkirchener zwei Reizfiguren mit ins Waldstadion gebracht, die beide von den Rängen heftig angefeindet wurden. Rudi Assauer ließ sich dann dazu hinreißen, den "Stinkefinger" zu zeigen. Das nächste Spiel führte die Hessen in das Dortmunder Westfalenstadion. Zu der erschreckend geringen Gegenwehr auf nassem Rasen gegen überlegene Borussen kam eine gelb-rote Karte für Bürger und ein Ausraster von Reimann, der den vierten Schiedsrichter schubste und seinen Fehler erst Tage später einsah. Er wurde für 5 Spiele aus dem Innenraum verbannt und erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 €. Die Auswärtsspiele verfolgte er daraufhin auf der jeweiligen Haupttribüne hinter der Trainerbank. Im heimischen Waldstadion griff Reimann zu einer ungewöhnlichen Maßnahme und nahm in einem Baucontainer auf der halbfertigen Haupttribüne Platz. Die 0:2-Niederlage in Dortmund geriet so zur Nebensache. Noch schlimmer verlief das folgende Heimspiel. Gegen nun wirklich nicht gefährliche Löwen verschlief man den Beginn und verlor so mit 0:3.

April '04

Der April brachte zunächst weitere Pleiten. Während Frankfurt in Köln nach desolater Leistung völlig zu Recht mit 0:2 unterlag, war es beim 0:1 gegen Bremen erneut eine schwache Schiedsrichterleistung, die das Team um den verdienten Lohn brachte. Amanatidis verteidigte sich gegen eine Tätlichkeit von Davala und wurde wie der Türke des Feldes verwiesen. Seine anschließende Sperre über zwei Spiele vermasselte ihm auch das Wiedersehen mit seinem Ex-Club Stuttgart. Schlimmer noch: 10 Minuten vor dem Ende zog Schur den enteilten Valdez vor dem Strafraum am Trikot. Es wurde aber Strafstoß gepfiffen und Ismael erzielte aus elf Metern den goldenen Treffer. Hleb war Dreh- und Angelpunkt des Stuttgarter Angriffsspiels bei der folgenden 0:2-Niederlage bei den Schwaben. So langsam schwand auch in der Anhängerschaft der Glaube an den Klassenerhalt. Erstmals wurde der Gesang "2. Liga tut schon weh, scheißegal, oh SGE" aus dem Repertoire hervorgekramt. Im folgenden Heimspiel gegen Freiburg aber bäumte sich die Eintracht noch einmal auf. Überragend Markus Beierle, der fast jeden Zweikampf gewann und an allen 3 Treffern beim 3:0 beteiligt war. Unter den Torschützen befand sich auch Christoph Preuß, der zu Beginn der Rückrunde eine Art Libero gespielt hatte und gegen Freiburg ins Mittelfeld aufgerückt war. Er spielte eine starke Halbserie und verließ die Eintracht am Saisonende in Richtung Bochum. Inzwischen wurde mit van Lent der erste echte Neuzugang für die kommende Saison vorgestellt. Zuvor hatten bereits Russ und Reinhard unterschrieben.

Mai '04

Der Mai begann aber wieder mit einem Dämpfer. Nikolov ermöglichte Klimowicz mit einer Unsicherheit den entscheidenden Treffer und wurde in den restlichen Saisonspielen durch Pröll ersetzt, zumal er sich in der darauf folgenden Woche verletzte. Pech für die Eintracht, die nach dem Sieg in Berlin im Februar jedes Auswärtsspiel verlor, dass man als nächstes zum zweiten Mal hintereinander auswärts antreten musste. In Hannover kassierte man eine deutliche 0:3-Pleite. Aber noch war der Klassenerhalt rechnerisch möglich. Vor dem letzten Heimspiel gegen die ambitionierten Bochumer wurde bekannt, dass Uwe Bindewald keinen Vertrag mehr bei der Eintracht erhalten würde. Die Fans feierten ihn daraufhin bei seinem letzten Auftritt im Waldstadion enthusiastisch. Die Mannschaft zeigte beim 3:2 eine begeisternde Vorstellung und nahm zum Saisonabschluss nach Hamburg ein wenig Hoffnung mit. Bei einem eigenen Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage von Kaiserslautern gegen Dortmund würden die Adlerträger in Liga eins bleiben. Aufgrund von 1999 und 2003 wundererprobt, glaubten viele Tausende an die Rettung und machten sich auf in die Hansestadt. Es kam aber anders. Trotz Führung verlor Frankfurt mit 1:2, während Kaiserslautern siegte. So musste man den Gang in die zweite Liga antreten. Wenige Tage später wurde Willi Reimann durch Heribert Bruchhagen auf Sylt von seiner Entlassung informiert. Auch von Jan Kocian trennten sich die Hessen.

Juni '04

Im Juni kam die Zeit der Personalentscheidungen. Bereits im Mai hatte Eintracht Frankfurt die Scouting-Abteilung mit Bernd Hölzenbein verstärkt. Nun wurden die Transfers abgewickelt und mit Friedhelm Funkel ein neuer Trainer sowie mit Armin Reutershahn ein Co-Trainer verpflichtet. Bezeichnend, dass von elf Abgängen nur die unter der Saison verpflichteten Preuß, Hertzsch und Amanatidis (beide Kaiserslautern) sowie Skela (Bielefeld) einen Erstligaverein fanden. Bürger, Nascimento und Günther wechselten zu diversen Zweitligavereinen, Weißenfeldt in die Regionalliga zum OFC und Bindewald ging nach Eschborn, um seine Karriere in der Oberliga ausklingen zu lassen. Außerdem gingen di Gregorio und Tsoumou-Madza. Neu verpflichtet wurden außer van Lent, Russ und Reinhard auch Hoffmann, Weissenberger, Husterer, Köhler, Lenze, Meier und Ochs. Es galt, mit diesen 10 Neuzugängen eine Neuanfang in der zweiten Liga zu beginnen.

TERMINE

  • Do. 09.02.2012 , 13:30 Uhr

    Profis -öffentlich- (Commerzbank-Arena)
  • Mo. 13.02.2012 , 20:15 Uhr

    21. Spieltag: Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt
  • Mi. 15.02.2012 , 19:30 Uhr

    Museum: Ansgar Brinkmann (Eintracht Museum (Commerzbank Arena))
  • Sa. 18.02.2012 , 13:00 Uhr

    22. Spieltag: Eintracht Frankfurt - FSV Frankfurt 1899
  • So. 26.02.2012 , 13:30 Uhr

    23. Spieltag: SC Paderborn - Eintracht Frankfurt

Zu den Terminen