
Die DFL teilt der Eintracht Frankfurt Fußball AG telefonisch mit, dass sie keine Spiel-Lizenz für die Saison 2002/2003 erhält. Zur Begründung gibt die DFL zunächst an, dass die Erfüllung der Bedingungen nicht anerkannt wurde. Die Eintracht Frankfurt Fußball AG beauftragt Rechtsanwalt Christoph Schickhardt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen im Falle der DFL-Lizenzentscheidung. Kurz darauf wird das ständige Schiedsgericht angerufen, um die Entscheidung der DFL anzufechten.
Die Entscheidung der DFL Gremien wird vom neutralen Schiedsgericht in einer nicht öffentlichen Sitzung in Stuttgart aufgehoben. Dr. Pröckl und Herr Sparmann treten vor die wartenden Pressevertreter und verkünden die frohe Botschaft. Das Schiedsgericht bestätigt die Rechtsaufassung von Seiten der Eintracht, dass man alle Unterlagen korrekt und rechtzeitig eingereicht hat.
Zwei Tage später fordert die SpVgg Unterhaching den Ligaverband dazu auf, den Schiedsspruch des Schiedsgerichts nicht anzuerkennen und dessen Aufhebung vor einem Gericht zu beantragen. Damit beginnt eine große Klagewelle der Unterhachinger.
Am 10.07. lehnt das Landgericht Frankfurt die von der Spielvereinigung beantragte Einstweilige Verfügung auf Aussetzung der Lizenzerteilung für die Eintracht bis zum Gerichtstermin am Stuttgarter Oberlandesgericht ab. Die DFL gibt bekannt, dass sie bis zu einer endgültigen Klärung auch an ihrer bisherigen Entscheidung über den Lizenzentzug der Eintracht festhält und vorerst keine Lizenz an die Frankfurter erteilt.
Am 12.07 erhält die DFL vom Oberlandesgericht Frankfurt die Anordnung bis zum 17. Juli keine Lizenz an die Eintracht zu erteilen, da an diesem Tag die mündliche Verhandlung über die einstweilige Verfügung der SpVgg Unterhaching gegen die Lizenzerteilung an die Eintracht stattfinden wird.
Am 16.07. findet im Oberlandesgericht Stuttgart vor dem ersten Zivilsenat die Anhörung statt, in der festgestellt werden soll, ob der Schiedsspruch vom 3. Juli zu Gunsten der Eintracht weiterhin Bestand hat. Nach einer mehrstündigen Verhandlung wird das Urteil des Schiedsgerichts zu Gunsten der Frankfurter vom Oberlandesgericht Stuttgart bestätigt. Auch hier wurde der Antrag des bayrischen Klubs abgewiesen.
Am 17.07. weist das Oberlandesgericht Frankfurt die Klage kostenpflichtig ab, womit auch die Anordnung an die DFL vom 12.07. aufgehoben ist und der Eintracht wieder die Lizenz erteilt werden darf.
Nach einem langen Lizenztheater erteilt die DFL der Eintracht Frankfurt die Lizenz für die Spielzeit 2002/2003 in der 2. Bundesliga.

Endlich geht es wieder rund auf dem Platz und nicht in irgendwelchen Gerichtssälen. Die Mannschaft um Willi Reimann beeindruckt die 20.000 Zuschauer im Waldstadion zum Saisonauftakt mit einem klaren 4:0 Sieg über den FC St. Pauli. Damit setzt man sich vorerst in den Aufstiegsrängen fest. Nur am 5., 8. und 9. Spieltag der kompletten Hinrunde verlässt die Eintracht kurzzeitig einen der drei Aufstiegsplätze.
Trotz einer 1:0-Niederlage beim SSV Reutlingen überwintert die Eintracht auf dem 2. Tabellenplatz. Das Saisonziel lautet aber nach wie vor "7. Tabellenplatz".
Nach einer bislang erfolgreich gespielten Rückrunde und einem guten dritten Tabellenplatz geht es am 31. Spieltag zum Lokalrivalen FSV Mainz 05. Mit einem Sieg über die Rheinhessen könnte sich die Eintracht ein gutes Polster für den Aufstiegskampf verschaffen, doch kurz vor Ende der Partie erzielen die Mainzer den 3:2 Siegtreffer und schießen die Eintracht damit auf den fünften Rang. Die Situation scheint für die Frankfurter beinahe aussichtslos, doch während sie in den kommenden zwei Spielen punkten, patzen die Mainzer und sorgen damit - wenn auch ungewollt - für ein packendes Saisonfinale.

Die Eintracht (3.) trifft am letzten Spieltag vor heimischer Kulisse auf den SSV Reutlingen. Die Mainzer (4.) müssen bei Eintracht Braunschweig ran. Beide Teams sind punktgleich, lediglich 1 Tor Differenz sorgt für Frankfurts hauchdünnen Vorsprung zum FSV.
Zwanzig Minuten vor dem Ende spricht alles gegen die Eintracht: Die Mainzer führen mit 4:0 und auf dem eigenen Platze steht es nach einer 3:1 Pausenführung 3:3. Jetzt müssten schon vier Tore her, um den Wunsch von Erstligafußball nach zweijähriger Pause noch zu erfüllen. Doch so richtig kann da keiner mehr dran glauben. Einige von den 25.000 Zuschauern im ausverkauften Waldstadion verlassen ihre Plätze frühzeitig, während die anderen nur noch still, regungslos und völlig fertig dem Spiel zuschauen. Sie werden es aber nicht bereuen, denn als man hört, dass es in Berlin nur noch 4:1 steht, werfen die Adlerträger alles nach vorne und Diakité verwandelt durch seinen Doppelpack zum 5:3 in der 83. und 90. Minute das Stadion in ein absolutes Tollhaus. Alle wissen, dass noch ein Tor fehlt, denn das Mainzer-Spiel war bereits abgepfiffen! Die 93. Minute läuft, Keller führt eine Ecke kurz auf Bürger aus, dieser flankt direkt vor das Tor, dort steigt Schur hoch und köpft den Ball zum 6:3 ein. Alle sind außer sich, denn die Eintracht hat den Aufstiegskrimi in allerletzter Sekunde für sich entscheiden können.