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In einem vor 46.000 Zuschauern lange überlegen geführten Spiel hatte die Eintracht am Ende einfach kein Glück und musste beim 0:1 (0:0) nach Verlängerung gegen Kaiserslautern die Segel streichen. Den einzigen Treffer des Abends erzielte Sukuta-Pasu (119.).
Vom Einsatz von Matthias Lehmann, der den im Pokal letztmalig rotgesperrten Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler im defensiven Mittelfeld vertrat, abgesehen, nahm Trainer Armin Veh keine Veränderungen in der Aufstellung vor. Dementsprechend vertraute er ansonsten der Siegerelf aus dem Spiel gegen den MSV Duisburg.
Der Frankfurter Beginn war trotz erkennbarer leichter Nervosität bei einigen Spielern deutlich schwungvoller. Alexander Meier schickte Jimmy Hoffer nach einem Ballgewinn gedankenschnell in die Gasse, doch der Österreicher ließ sich vom Verteidiger nach außen abdrängen, so dass sein Schuss letztlich zur Ecke geklärt werden konnte. Nur wenig später passte Mohamadou Idrissou von links flach und hart in den Strafraum zu Benjamin Köhler, der einen Gegenspieler ausdribbelte, dann aber mit seinem Schuss am zweiten Gegner hängen blieb. Ein Klassenunterschied zugunsten der Gäste war in der Anfangsphase jedenfalls nicht zu erkennen.
Nach einer Viertelstunde kam Hoffer gegen seinen Ex-Verein nach einer Ecke sogar zu einem Torerfolg, wurde aber nach Kopfballverlängerungen von Köhler und Idrissou zu Recht aus dem Abseits zurückgepfiffen. Es entwickelte sich eine intensive Begegnung in hitziger Atmosphäre, in der die Heimelf die erste Hälfte der ersten Halbzeit dominierte und als nächste Torgelegenheit einen über das Tor gehenden Distanzschuss von Meier verzeichnete. Die erste echte Torgelegenheit bot sich den Gästen dann, als Kouemaha eine Flanke von Sahan vom langen Pfosten aus wieder quer zur Mitte köpfte. Bamba Anderson fegte dazwischen und klärte zur Ecke.
Anschließend kam die Eintracht zur hochkarätigsten Szene der ersten Hälfte. Idrissou setzte sich nach Ballgewinn gegen einen Verteidiger durch und führte eine Zwei-gegen-eins-Situation herbei. Etwas zu früh passte er auf Hoffer, der seinen Gegenspieler noch zwischen sich und dem gegnerischen Tor hatte. Der Angreifer kam am Gegenspieler aber vorbei und prüfte den mit einer Fußabwehr stark reagierenden Trapp mit einem Flachschuss aus kurzer Distanz aus spitzem Winkel. Auch etwas später reagierte Trapp hervorragend gegen Idrissou, der ebenfalls aus spitzem Winkel und kurzer Distanz hart und flach abgezogen hatte. In der nachfolgenden Situation hätte Sebastian Jung den Keeper nach schöner Kopfballvorlage von Meier noch fast mit einer direkten Flanke überlistet, doch der Ball wollte sich einfach nicht unter die Latte senken und segelte weiter Richtung Eckfahne.
Kaiserslautern kam kurz vor der Pause dann auch wieder zu einer hochkarätigen Torchance und zugleich zur letzten nennenswerten Aktion im ersten Durchgang. Tiffert war auf der linken Seite frei im Strafraum und legte mit Übersicht zurück auf Kirch. Der Mittelfeldakteur der Gäste nahm den Ball direkt, zielte aber in zentraler Position aus 12 Metern weit über das Tor.
Zu Beginn der zweiten Hälfte behielt die Eintracht ihre forsche Spielweise bei und agierte weiterhin deutlich druckvoller als der Erstligist. Noch fehlte aber die Präzision bei den Szenen vor dem gegnerischen Tor. Fast eine Stunde war schon gespielt, als Meier einen langen Pass von Anderson in den Strafraum zu Hoffer verlängerte. Dessen Hereingabe wurde jedoch entscheidend abgefälscht und landete bei Trapp. Insgesamt verflachte das Spiel nun etwas, weil die Gastgeber sich dem mäßigen Niveau des FCK anpassten. Die Gäste hatten die nächste Torgelegenheit, als Linksverteidiger Bugera in den Rücken der Frankfurter Abwehr gelangt war und auf Shechter querlegte. Der Angreifer drehte sich nicht ungeschickt, schoss aber aus 10 Metern weit über den Kasten.
Etwa Mitte der zweiten Hälfte erzielte Hoffer bereits seinen zweiten Treffer, der nicht gegeben wurde. Diesmal wollte Schiedsrichter Stark zuvor ein Stürmerfoul gegen den ungeschickt agierenden Rodnei gesehen haben, eine umstrittene Entscheidung. Hinten konnte sich die Eintracht in aller Regel auf ihre Verteidigung verlassen, zumal Gordon Schildenfeld mit seiner Übersicht und Zweikampfführung ein beachtliches Niveau erreichte. Eine der seltenen Chancen im zweiten Durchgang hatte Sukuta-Pasu, der nach schwungvollem Solo von halbrechts abzog. Oka Nikolov konnte den Ball zur Ecke lenken.
Bis auf eine hohe Hereingabe von Idrissou in der Schlussminute, die Meier wegen ihrer Höhe nicht mehr druckvoll aufs Tor köpfen konnte, tat sich lange Zeit auf beiden Seiten gar nichts. Die umgehende Antwort der Gäste war dan – ebenfalls in der letzten Spielminute – ein Kopfball nach einer Ecke, den Shechter ganz nah am Tor noch in die Maschen zu lenken versuchte.
Die nun erforderlich gewordene Verlängerung begannen beide Teams offenbar mit guten Vorsätzen und etwas mehr Schwung. Nach kurzer Drangphase von Kaiserslautern brachte Constant Djakpa den Ball auf der anderen Seite etwa vom Strafraumeck hart und flach rein. Der für Hoffer eingewechselte Rob Friend brachte zwar den Fuß an den Ball, konnte die Kugel aber in Bedrängnis nicht aufs Tor bringen. Anschließend wurde auch Caio eingewechselt, der prompt im Strafraum vom ebenfalls eingewechselten Matmour bedient wurde und den Ball zu Jung ablegte, dem der Abschluss dann allerdings missglückte. Ein weiterer 40-Meter-Versuch des Brasilianers strich mit einigem Abstand am rechten Pfosten vorbei.
Anderson war es zu verdanken, dass die Adlerträger trotz optischer Überlegenheit nicht in Rückstand gerieten. Als Kouemaha den Ball völlig frei im Strafraum annahm, kam der Brasilianer dazu und klärte mit dem langen Bein zur Ecke. Dieser Eckball hätte fast zum Tor geführt, doch ein Seitfallzieher eines Angreifers aus 5 Metern nach einer Kopfballvorlage landete über dem Kasten.
In der zweiten Hälfte der Verlängerung sorgte wieder Caio für die ersten Akzente. Nach einem eher ungefährlichen Freistoß aus über 30 Metern drehte sich Caio bei der nächsten Aktion und zog aus gut 20 Metern mit links ab. Trapp konnte nur mit Mühe parieren. Auf der anderen Seite wurde Sukuta-Pasu freigespielt und scheiterte aus spitzem Winkel zunächst an Nikolov. Der Ball prallte jedoch zu ihm zurück und er konnte auf Kouemaha zurücklegen, der aus 10 Metern auf das leere Tor schoss. Schildenfeld war zurückgeeilt und köpfte den Ball von der Linie. Als nächstes versuchte es Köhler nach feiner Einzelaktion mit einem Distanzschuss, der über das Tor ging. Auch ein weiterer Schuss von Caio ging etwa einen halben Meter über die Latte, obwohl er sich noch tückisch zu senken schien. Einen Freistoß aus 25 Metern schoss Caio wiederum in die Arme des Keepers.
Dann konnte Lautern doch noch zuschlagen, weil ein abgefälschter Kouemaha-Pass rein zufällig bei Sukuta-Pasu landete, der allein vor Nikolov eiskalt vollstreckte. Die Eintracht wehrte sich und wäre durch einen Fallrückzieher von Friend beinahe umgehend zum Ausgleich gekommen, doch ein Verteidiger klärte für den geschlagenen Trapp mit dem Kopf auf der Linie. Die Eintracht, die schon beim Gegentreffer quasi in Unterzahl spielen musste, weil Djakpa mit einer Zerrung kaum noch einsatzfähig war, warf noch mal alles nach vorne, musste aber letztlich eine durch den Spielverlauf nicht wirklich gerechtfertigte Niederlage einstecken.
Eintracht Chef-Trainer Armin Veh: „Wir haben ein intensives Spiel erlebt und ein gutes Pokalspiel, auch wenn es lange 0:0 stand. Die erste Halbzeit haben wir klar bestimmt, nur leider konnten wir unsere Möglichkeiten nicht nutzen. Insgesamt haben wir in der ersten Halbzeit einen sehr hohen Aufwand betrieben. Die zweite Halbzeit hat Kaiserslautern immer mehr übernommen. Wir wollten Konter vermeiden und weiterhin sicher stehen. Dann so spät in der Verlängerung zu verlieren, ist natürlich sehr unglücklich. Aber Kaiserslautern ist auch eine homogene und zweikampfstarke Mannschaft. Sie haben zwei gefährliche Spitzen und einen guten Teamgeist. Den haben wir natürlich auch, am Ende wollten beide Mannschaften gewinnen. Letztendlich haben wir in einem gutem Spiel verloren. Aber mal sehen, vielleicht ist die Niederlage noch für etwas gut. Letztes Jahr stand Duisburg im Finale und waren am Ende in der Liga nicht mehr gut dabei. Unser wichtigstes Ziel ist der Aufstieg und wir müssen jetzt zusehen, dass wir am Sonntag wieder fit sind. Glückwunsch an Kaiserslautern.“
1. FC Kaiserslautern Trainer Marco Kurz: „Mit der Leistung in der ersten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein. Wir müssen uns bei Kevin Trapp bedanken, dass es zur Pause noch 0:0 steht. Unsere finalen Aktionen waren zu unsauber. Die Mannschaft spielte zu verhalten und zu mutlos. Frankfurt wurde zuviel Freiraum gelassen und war einfach besser. In der zweiten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen, besonders durch den Doppelwechsel wurde es schwungvoller. Endlich sah man den Willen, das Spiel unbedingt zu gewinnen. Dass uns dann noch ein Tor in der Verlängerung geglückt ist, ist natürlich Wahnsinn. Es war ein schweres Spiel auf Augenhöhe, gegen eine gute Mannschaft aus Frankfurt. Auch ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Kompliment an die Eintracht. Am Ende bin ich froh, dass wir den Fans den Derbysieg schenken konnten.“
Alexander Kolz
| 1 | SpVgg Greuther Fürth |
| 2 | Eintracht Frankfurt |
| 3 | Fortuna Düsseldorf |
| 4 | FC St. Pauli |
| 5 | SC Paderborn |
| 6 | TSV München 1860 |
| 7 | 1. FC Union Berlin |
| 8 | Eintracht Braunschweig |
| 9 | Dynamo Dresden |
| 10 | MSV Duisburg |
| 11 | VfL Bochum 1848 |
| 12 | FC Ingolstadt 04 |
| 13 | FSV Frankfurt 1899 |
| 14 | FC Energie Cottbus |
| 15 | FC Erzgebirge Aue |
| 16 | Karlsruher SC |
| 17 | Alemannia Aachen |
| 18 | Hansa Rostock |