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7. Spieltag (10.09.2011, 13:00 Uhr)
FC Energie Cottbus
3 : 3
Eintracht Frankfurt
FC Energie Cottbus
  7. Spieltag   2. Bundesliga
Eintracht Frankfurt

Eintracht kämpft und ist nun seit 4 Monaten ungeschlagen

Vor 13.500 Zuschauern konnte die Eintracht heute dank einer starken letzten halben Stunde einen Punkt in Cottbus entführen. Beim 3:3 (1:0) fielen die Tore durch Rangelov (10., 50.) und Adlung (70.) für Cottbus sowie Friend (66.), Korkmaz (72.) und Idrissou (89.) für Frankfurt.

Armin Veh beorderte beide Neuzugänge in die Startelf. Rob Friend begann als Stoßstürmer, während Mo Idrissou über die linke Seite angreifen sollte. Dafür rückte Benjamin Köhler ins zentrale defensive Mittelfeld, wo er wegen des verletzungsbedingten Ausfalls von Kapitän Pirmin Schwegler benötigt wurde. Theofanis Gekas blieb nur der Platz auf der Bank. Beim Gegner bildeten Martin Fenin - gleich im ersten Spiel für Cottbus gegen seinen ehemaligen Club spielend - und „Frankfurt-Schreck“ Dimitar Rangelov (bisher 5 Treffer in 3 Spielen gegen die Eintracht) den Angriff.

Die erste Gelegenheit des Spiels hatte für die anfangs munterer wirkenden Gastgeber prompt Fenin nach einer Hereingabe von Christian Müller von der rechten Seite. Der Schuss des tschechischen Angreifers aus der Drehung aus 10 Metern wurde von Anderson so abgefälscht, dass Oka Nikolov mit dem flachen Ball keine Probleme hatte. In der nächsten gefährlichen Szene spielte sich Energie erneut auf der rechten Seite durch. Daniel Adlung drang in den Strafraum ein und legte quer auf Rangelov, der nur noch einschieben musste und den ersten Treffer des Tages erzielte. Müller legte nach knapp 20 Minuten fast noch nach, konnte den Ball aus ganz spitzem Winkel aber nicht mehr aufs Tor ziehen. Kurz darauf setzte sich Fenin gegen zwei Verteidiger durch und legte mustergültig quer zum einschussbereiten Rangelov, dem Matthias Lehmann 14 Meter vor dem Tor von hinten gerade noch den Ball vom Fuß spitzelte.

Cottbus beginnt zielstrebiger und aggressiver

Die Eintracht bemühte sich sich zunächst vergeblich um einen besseren Zugriff aufs Spiel. Meist wurde das Spiel über außen vorgetragen, um dann mit Flanken die kopfballstarke neue Offensive einsetzen zu können. Gefährlich wurden die Adlerträger damit aber nicht - die einzige nennenswerte Offensivaktion in der ersten Hälfte entstand vielmehr durch einen aufsetzenden Distanzschuss von Alexander Meier, der Thorsten Kirschbaum allerdings nicht vor ernsthafte Probleme stellte. So gesehen, war es eine gute Nachricht für Frankfurt, dass das Spiel gegen Ende der ersten Hälfte etwas verflachte. Immerhin lag so - anders als zuvor - der zweite Treffer für die Gastgeber nicht mehr ständig in der Luft. Bereits nach 36 Minuten wechselte Veh zum ersten Mal. Lehmann machte Platz für Karim Matmour und der wie immer quirlige, bisher aber noch meist glücklose Rode übernahm die Position im defensiven Mittelfeld. Trotzdem blieb Energie am Drücker und hätte kurz vor der Pause fast noch nachgelegt. Fenin schoss den Ball jedoch - wieder nach einer Hereingabe von Müller von rechts - von der Strafraumgrenze aus relativ leicht in den Aktionsradius von Nikolov.

Rangelov trifft zum siebten Mal in 4 Spielen gegen Frankfurt

Zur zweiten Hälfte wechselte Veh erneut und brachte Ümit Korkmaz für den gelb-rot-gefährdeten Constant Djakpa. Idrissou übernahm daher die Position des linken Verteidigers. Cottbus erhöhte dennoch gleich zu Beginn der zweiten Hälfte. Nach einem Freistoß in die Mauer wurde der Ball auf die linke Seite zum auffällig spielenden Müller „geschaufelt“. Müller flankte umgehend mit dem linken Fuß an den langen Pfosten, wo erneut Rangelov völlig frei stand und einköpfte. Der Bulgare erzielte damit bereits seinen siebten Treffer im vierten Spiel gegen die Eintracht. Erst etwa 10 Minuten später schienen die Gäste diesen neuerlichen Schock verdaut zu haben und machten endlich wieder positiv von sich reden. Meier behauptete den Ball nach schönem Zuspiel von Köhler an der Strafraumgrenze und legte mit Übersicht raus auf die rechte Seite zu Matmour. Dessen flache Hereingabe war jedoch zu nah ans Tor gezogen, so dass Kirschbaum den Ball aufnehmen konnte.

Ein mäßiges Spiel wird doch noch zum Spektakel

Fast aus dem Nichts kam die Eintracht dann doch zum Anschlusstreffer. Köhler zirkelte einen Freistoß fast von der Mittellinie an den Strafraum. Am langen Eck hatte sich Friend freigestohlen und köpfte die Kugel mustergültig in die linke untere Ecke. Viele Eintrachtfans hofften nun auf einen ähnlichen Spielverlauf wie am ersten Spieltag in Fürth. Tatsächlich blieben die Gäste nun dran. Meier bekam den Ball im Strafraum, doch Sekundenbruchteile vor dem Torabschluss wurde ihm der Ball noch vom Fuß gespitzelt. Aber anders als in Fürth legte hier der Gegner nach. Gegen die aufgerückte Frankfurter Abwehr tauchte Adlung frei vor Nikolov auf und schoss aus 15 Metern zum 3:1 ein. Der eigene Treffer wirkte bei den Hessen aber noch nach und man spielte weiter mutig nach vorne. Meier bediente den immer stärker werdenden und in zentraler Position aufblühenden Rode, der nach einem beherzten Lauf durch die gegnerische Hälfte Idrissou einsetzte. Dessen Flanke vom linken Flügel landete präzise auf dem Kopf des kleinen Korkmaz. Der Österreicher netzte zum erneuten Anschlusstreffer ein.

Die Eintracht griff nun endlich entschlossen an. Man merkte, dass die Gäste am Drücker waren, auch wenn es Cottbus in der Regel gelang, den Gegner etwas vom eigenen Tor wegzuhalten. Erst fast 10 Minuten nach dem Anschlusstreffer hatte Meier die Gelegenheit zu einem Flachschuss aus der Drehung, doch der Ball ging am Tor vorbei. Kurz darauf zielte Korkmaz aus der Distanz über den Kasten. Die nächste Gelegenheit ergab sich, als Idrissou links erneut freigespielt wurde und den Ball flach vors Tor zog. Meier rutschte am langen Pfosten in den harten Ball, doch fehlten ihm wenige Zentimeter. Im Nachschuss schoss Matmour über das Tor. Nach einem Zuspiel von Köhler auf den nun auf ungewohnter Position sehr auffälligen Idrissou probierte es jener nun volley direkt, zielte aber über das Gehäuse. Doch die Eintracht sollte für ihre sehr späten, aber auch sehr vehementen Mühen doch noch belohnt werden. Wie beim ersten Frankfurter Treffer schlug Köhler eine Freistoßflanke fast von der Mittellinie in den gegnerischen Strafraum. Dort verließen sich die Verteidiger auf den herauseilenden Torwart Kirschbaum, doch Idrissou war schneller am Ball und köpfte den Ball aus 7 Metern ins verwaiste Gehäuse.

Frankfurt seit 4 Monaten ungeschlagen

Die Eintracht bleibt damit das mit Abstand torgefährlichste Auswärtsteam der Liga und ist seit 4 Monaten ungeschlagen. Trainer Veh darf sich vorerst darin bestätigt fühlen, kopfballstarke Neuzugänge gefordert zu haben, waren entweder Friend oder Idrissou doch an sämtlichen Treffern, die allesamt per Kopf erzielt wurden, beteiligt. Der Cottbuser Rangelov muss wiederum damit leben, dass sein Team kurioserweise keines der 4 Spiele gewinnen konnte, in denen er gegen Frankfurt insgesamt 7 Treffer erzielen konnte.

Stimmen zum Spiel

Martin Fenin:
„Ich habe viele Freunde in der Mannschaft und habe mich gefreut, die Fans wiederzusehen. Trotzdem wollte ich heute gewinnen. Es war knapp, schade.“

Claus-Dieter Wollitz:
„Wie soll sich das anfühlen? Heute hat naiv gegen einfallslos gespielt und einfallslos schießt 3 Tore, weil wir es ihnen ermöglicht haben. Frankfurt hat eine gute Mannschaft mit Moral, aber das waren nur lange Chipbälle. Man muss über 90 Minuten konzentriert und nachhaltig spielen. Die Auswechselspieler müssen sofort da sein. Wenn man reinkommt, muss man sofort mit Stolz und mit Freude da sein. Der ein oder andere meint wohl, wenn er im Training nicht das Leibchen kriegt, dann muss er nicht so zuhören. Die Klassemannschaft wird am Ende noch so bestraft. Das tut mir leid für meine Spieler, die anfangs die Voraussetzungen geschaffen haben. Das heute ist ein Knockout!“

Oka Nikolov:
„Ich bin zufrieden, dass wir einen Punkt mitnehmen. Wir müssen froh sein. Die erste Halbzeit war richtig schlecht, die zweite auch nicht gut, aber immerhin kämpferisch okay. Wir müssen einiges besser machen.“

Armin Veh:
„Wir haben natürlich Ansprüche, aber wir haben die erste Halbzeit total verschlafen. Da ist in jedem Trainingsspiel mehr Aggressivität. Wir sind nicht genug gelaufen, es war einfach zu wenig. Wir sind nicht unsere Wege gegangen und haben viel zu viele Fehler in der Defensive gemacht. Nach der zweiten Halbzeit haben wir uns das aber verdient. Vielleicht nicht spielerisch, aber kämpferisch. Cottbus hat auch nach vorne nichts mehr gemacht. Das Schöne ist, dass wir sehr viele Dinge verbessern können. Es ist wichtig, dass Friend und Idrissou die Tore gemacht haben, deswegen haben wir sie geholt. Es wird noch ein langer Weg, es ist schwer in der Favoritenrolle.“

(Alexander Kolz)

TABELLE

1 SpVgg Greuther Fürth
2 Eintracht Frankfurt
3 Fortuna Düsseldorf
4 FC St. Pauli
5 SC Paderborn
6 TSV München 1860
7 1. FC Union Berlin
8 Eintracht Braunschweig
9 Dynamo Dresden
10 MSV Duisburg
11 VfL Bochum 1848
12 FC Ingolstadt 04
13 FSV Frankfurt 1899
14 FC Energie Cottbus
15 FC Erzgebirge Aue
16 Karlsruher SC
17 Alemannia Aachen
18 Hansa Rostock

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