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33. Spieltag (29.04.2012, 13:30 Uhr)
Eintracht Frankfurt
0 : 2
TSV München 1860
Eintracht Frankfurt
  33. Spieltag   2. Bundesliga
TSV München 1860

Aufstiegsparty trotz Heimpleite

Die bis dahin zu Hause ungeschlagene Eintracht unterlag heute im letzten Heimspiel der Saison vor 50.800 Zuschauern dem TSV 1860 München mit 0:2 (0:2). Die Treffer erzielten Volland (18.) und Vallori (21.).

Noch vor dem Spiel waren mit Ümit Korkmaz, Habib Ballaid und Caio drei altgediente Spieler verabschiedet worden. Während Korkmaz und Bellaid im Laufe der Partie eingewechselt werden sollten, stand der Brasilianer anstelle von Alex Meier, der ebenso wie Benjamin Köhler im Kader fehlte, gleich in der Startelf. Die Eintracht setzte auf das 4-4-2-Spielsystem mit einer Mittelfeldraute, so dass Jimmy Hoffer im Sturm neben Mo Idrissou spielte. Constant Djakpa und Pirmin Schwegler kehrten nach ihren Sperren für Butscher und Kittel ins Team zurück.

Munterer Beginn bis zum gegnerischen Doppelschlag

Der erste Aufreger gehörte den Hausherren, als Schwegler den Ball in den gegnerischen Strafraum lupfte, wo Jung auf rechts durchgestartet war, jedoch wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. Nach etwa 10 Minuten kam Caio vom linken Strafraumeck zum Abschluss - er lupfte die Kugel nur knapp über das entfernte Tordreieck. Der Brasilianer leitete auch die nächste Gelegenheit ein, als er Sebastian Rode an der Strafraumgrenze freispielte, von wo aus der Powerspieler aus dem rechten Mittelfeld die lange Ecke mit einem gedrehten Flachschuss nur knapp verfehlte.

Mit ihrer ersten richtigen Torgelegenheit kamen die Gäste dann aber gleich zum Führungstreffer. Bei einem Konter mit drei Angreifern musste Bamba Anderson sich von Volland lösen, um den in zentraler Position ballführenden Lauth zu attackieren. Prompt wurde Volland angespielt und konnte - trotz Bedrängnis des zurückeilenden Sebastian Jung - aus 14 Metern alleine vor Oka Nikolov mit einem Flachschuss vollenden. München spielte weiter nach vorne und erreichte zwischenzeitlich ein Eckenverhältnis von 6:0. Die sechste Ecke führte zum 0:2, als Vallori den Ball aus wenigen Metern ins Netz köpfte.

Frankfurt reagiert – aber ohne die letzte Konsequenz

Die Eintracht zeigte aber gleich eine Reaktion. Der wieder einmal starke Rode krönte ein beherztes Solo mit einem gefährlichen Linksschuss, den Keeper Eicher nur mit Mühe parieren konnte. Zwei 30-Meter-Freistöße von Caio landeten in der Mauer bzw. deutlich über der Latte. Nach einer weniger kurzweiligen Phase meldete sich Frankfurt 7 Minuten vor der Pause zurück. Matthias Lehmann lupfte den Ball in den Lauf von Hoffer, der das Spielgerät technisch gekonnt mitnahm und dann mit seinem Abschluss am gut reagierenden Eicher scheiterte. So richtig zwingend wurden die Adlerträger im ersten Durchgang nicht mehr und mussten daher mit einem Rückstand in die Kabine gehen.

In die zweite Hälfte starteten die Hessen mit Karim Matmour und Ümit Korkmaz anstelle von Hoffer und Caio. Im nun wieder angesagten 4-2-3-1-System übernahm Allzweckwaffe Rode die Rolle von Meier hinter dem zentralen Angreifer. Dementsprechend ging nun mehr über die Flügel. Matmour erzwang mit einer Hereingabe von rechts fast ein Eigentor eines Verteidigers, doch von dessen Fußspitze trudelte der Ball knapp am Pfosten vorbei ins Toraus. Anderson köpfte die anschließende Schwegler-Ecke über den Kasten. Noch gefährlicher geriet die folgende Ecke von Djakpa, die Gordon Schildenfeld zu einem gefährlichen Kopfball aus wenigen Metern nutzte. Eicher erwischte den Ball mit Mühe, der Abpraller landete leider nicht bei einem Frankfurter.

Die Heimelf dominiert, muss dann in Unterzahl agieren

Idrisssou und Rode gelang im Zusammenspiel die nächste gute Szene. Der Kameruner legte in Strafraum für Rode ab, der es von links mit einem harten Schuss aus ganz spitzem Winkel probierte, aber am aufmerksamen Eicher scheiterte. Auch Djakpa fand im gegnerischen Schlussmann seinen Meister, als er aus 18 Metern mit einem Freistoß knapp unter die Latte gezielt hatte. Direkt darauf war für den Ivorer dann auch Schluss, denn Schiedsrichter Gagelmann wertete ein taktisches Foul offenbar als roh und zeigte deshalb rot. Aygün hatte dann für die Gäste zwei Torgelegenheiten durch Kopfbälle nach Ecken, köpfte aber einmal knapp drüber und scheitere das andere Mal an Nikolov.

Die Eintracht war zwar sichtlich bemüht, noch ein Tor zu erzielen, wollte aber verständlicher Weise in Unterzahl nicht völlig öffnen, um nicht in weitere Konter zu laufen. So plätscherte das Spiel ab Mitte der zweiten Hälfte etwas dahin.
Mit der ersten Heimniederlage im letzten Heimspiel der Saison endet eine Serie von 16 ungeschlagenen Heimspielen für Eintracht Frankfurt. Der Aufstieg wurde dennoch ausgiebig gefeiert.


Stimmen zum Spiel

Eintracht-Trainer Armin Veh: "Wir wollten das letzte Heimspiel natürlich gewinnen, aber wir haben die Spannung nicht so hinbekommen, die dafür notwendig ist. 1860 war auch ein guter Gegner, sie standen stabil in der Defensive und haben auch nach vorne gut gekontert. Dementsprechend haben sie in den entscheidenden Situationen ihre Tore gemacht. In der zweiten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen, da waren wir auch nochmal dran. Aber dann hat uns Djakpa leider mit seinem Platzverweis einen Strich durch die Rechnung gemacht. Heute können wir die Niederlage aber verkraften und lassen uns die Party-Laune nicht verderben. Schon mit dem Aufstiegssieg in Aachen ist uns am Montag ein riesen Stein vom Herzen gefallen. Das Spiel heute war für beide Mannschaften nicht mehr entscheidend. Daher habe ich die Spannung auch nicht künstlich hochgehalten und die Woche etwas lockerer laufen lassen. Nächste Woche ist es eine andere Frage, da geht es für viele Mannschaften noch um alles. Daher werden wir uns auch die Woche anders vorbereiten und konzentriert zu Werke gehen. Ich gratuliere 1860 zum Sieg und uns zum Aufstieg."

Löwen-Trainer Reiner Maurer: "Wir wollten heute bei einem Frankfurter-Schaulaufen nicht Spalier stehen und wollten unsere Löwenzähne auch nochmal zeigen. Das ist uns gelungen, wir haben stabil gestanden, alle haben gut gegen den Ball gearbeitet. Auch in der Offensive haben wir den Ball, wenn wir Platz hatten, laufen lassen. Insgesamt hat das die Mannschaft gut umgesetzt. Meinen Glückwunsch auch an Frankfurt. Die Eintracht gehört traditionsmäßig in die erste Liga. Daher mein Kompliment an Armin Veh und die Mannschaft. Sie haben die besten Einzelspieler und haben auch dem Druck standgehalten. Denn die Erwartungshaltung ist hier natürlich sehr groß. Letztendlich sind sie verdient aufgestiegen."

(Alexander Kolz)

TABELLE

1 SpVgg Greuther Fürth
2 Eintracht Frankfurt
3 Fortuna Düsseldorf
4 FC St. Pauli
5 SC Paderborn
6 TSV München 1860
7 1. FC Union Berlin
8 Eintracht Braunschweig
9 Dynamo Dresden
10 MSV Duisburg
11 VfL Bochum 1848
12 FC Ingolstadt 04
13 FSV Frankfurt 1899
14 FC Energie Cottbus
15 FC Erzgebirge Aue
16 Karlsruher SC
17 Alemannia Aachen
18 Hansa Rostock

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