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Mit einem ungefährdeten 3:0 (1:0)-Erfolg beim Tabellenschlusslicht in Aachen konnte die Eintracht heute schon am 32. Spieltag den Aufstieg klarmachen. Außer einem Eigentor von Olajengbesi (72.) war Idrissou (45., 48.) vor 27.942 Zuschauern doppelt erfolgreich.
Trainer Armin Veh vertraute dem ehemaligen Aachener Matthias Lehmann als Ersatz für den gesperrten Kapitän Pirmin Schwegler im defensiven Mittelfeld. Außerdem kam Benjamin Köhler für Karim Matmour ins Team und besetzte die linke Seite. Sonny Kittel spielte daher über rechts. Im Mittelfeld der Gastgeber agierte ein alter Bekannter mit doppelter Eintracht-Vergangenheit: Albert Streit.
In Aachen hatte die Eintracht am ersten Spieltag der Saison 2004/05 mit dem ersten Pflichtspiel in der Ära Funkel den Grundstein für den Aufstieg 2005 gelegt. Hier endete auch der erfolgreiche Weg durch die 1. Liga, als man im Pokalachtelfinale 2010/11 überraschend im Elfmeterschießen bei der Alemannia unterlag - und in der folgenden Bundesliga-Rückrunde einbrach. Der Schiedsrichter jener Begegnung, Michael Weiner, der Schwegler wegen einer Notbremse mit Rot vom Platz gestellt hatte, übernahm auch heute die Rolle des Unparteiischen und ließ das Spiel gleich sehr großzügig laufen.
Die Gäste aus Frankfurt begannen ohne ihren Kapitän ungewöhnlich verhalten sowie wenig ballsicher und ließen die Heimelf kommen. Die Alemannia spielte bis zum Strafraum recht beherzt, konnte aber zunächst auch keine Torgefahr ausstrahlen. Folglich gab es bis Mitte der ersten Hälfte nicht eine einzige Torgelegenheit. Erwähnenswert war zu dieser Zeit allenfalls der stimmliche Einsatz der Gästekurve, wo über 7.000 mitgereiste Fans unter anderem „Heimspiel in Aachen“ skandierten.
Die erste Torgelegenheit hatte dann nach 24 Minuten die Eintracht, als Kittel durch einen langen Pass von Bamba Anderson auf dem rechten Flügel in den Rücken der Abwehr gelangte und den Ball klug und gefühlvoll in den Rückraum lupfte. Dort nahm Alex Meier den Ball aus 14 Metern Torentfernung mit vollem Risiko mit links volley - den wuchtigen Schuss klärte 2 Meter vor der Torlinie ein Verteidiger für den bereits geschlagenen Keeper Waterman. Kurz darauf jubelte Mo Idrissou, der eine feine Vorarbeit von Sebastian Rode mit einem präzisen Schuss aus spitzem Winkel im Kasten versenkte - doch der Kameruner war knapp im Abseits gewesen. Kurz darauf wurde auf der anderen Seite Odonkor an der Strafraumgrenze freigespielt, doch statt abzuschließen oder alleine auf Oka Nikolov zuzulaufen, verstolperte der WM-Held von 2006 den Ball kläglich.
Abgesehen von einer Köhler-Ecke, die Anderson in Bedrängnis weit drüber köpfte, gab es bis kurz vor dem Pausenpfiff zunächst keine nennenswerten Torchancen mehr. Die Eintracht kam dann aber doch noch - erneut über eine Köhler-Ecke - zum mittlerweile folgerichtigen Führungstreffer. Idrissou stieg knapp außerhalb des Fünfmeterraums mit Waterman zum Ball hoch und kam vor dem Keeper mit dem Kopf an den Ball, den er sodann reaktionsschnell mit links im Netz versenkte. Innerhalb des Fünfers wäre der Einsatz unseres Angreifers wohl abgepfiffen worden - so aber ließ Weiner das Spiel zu Recht weiterlaufen.
Direkt nach Wiederanpfiff legte die Eintracht mit ihrem ganzen Selbstbewusstsein gleich wieder los. Ein gewonnenes Kopfballduell von Meier landete bei Benjamin Köhler, der sein zweites Tor vorbereitete. Er lupfte den Ball gefühlvoll und präzise in den Lauf von Idrissou, der sich selbst die Kugel mit dem Kopf in den Strafraum vorlegte, seinen Gegenspieler überrannte und dann aus spitzem Winkel einen brutalen Schuss in die lange Ecke losließ. Der Eintracht war es damit gelungen, zu den psychologisch wichtigen Zeitpunkten kurz vor und kurz nach der Pause zu treffen. Das Tabellenschlusslicht war damit empfindlich getroffen.
Die Gäste erhielten nun - da Aachen unbedingt gewinnen musste - beste Kontergelegenheiten, wobei Rode und Idrissou den ersten vielversprechenden Gegenangriff nicht ausspielen konnten. Dann setzte sich der schnelle Sebastian Jung auf rechts durch und flankte von der Torauslinie an den langen Pfosten, wo erneut Meier einen gefährlichen Volleyschuss mit links absetzte, der von einem Verteidiger noch zur Ecke abgefälscht wurde. Beim nächsten Angriff passte Idrissou, der nun viel Platz hatte, von links quer an die Strafraumgrenze, wo Köhler mit rechts völlig frei war und weit über das Tor schoss.
Die Großzügigkeit mit den eigenen Chancen hätte sich beinahe gerächt, als der eingewechselte Auer den Ball nach rechts zu Uludag weiterleitete, dessen flachen und harten Versuch aus gut 10 Metern Nikolov mit einer Fußabwehr parierte. Dann trickste sich Streit auf links durch und passte von der Torauslinie nach innen. Gordon Schildenfeld zeigte ein gutes Stellungsspiel und klärte vor seinem Gegenspieler, indem er den Ball knapp am linken Pfosten vorbei ins Toraus spitzelte.
Als die Eintracht dann wieder kam, war sie gleich erfolgreich. Rode leitete den Konter mit einem feinen Pass auf Köhler ein, der sich im Zweikampf gegen Falkenberg durchsetzte und den mitgelaufenen Heiko Butscher in Szene setzte. Der Linksverteidiger brachte den Ball flach und hart nach innen, wo sich Feisthammel und Olajengbesi gegenseitig so anschossen, dass die Kugel im eigenen Tor landete. Köhler selbst, der alle 3 Tore initiiert hatte, wäre fast auch noch der eigene Treffer gelungen, doch sein Lupfer von der Strafraumgrenze aus strich knapp am linken Pfosten vorbei. Auer wollte auf der anderen Seite antworten, hämmerte den Ball aber aus 10 Metern deutlich über die Latte.
Man spürte der Mannschaft in der Schlussphase an, dass sie das Herunterspielen des sicheren Sieges genoss. Der heutige Kapitän Meier hätte fast noch einen draufgesetzt, köpfte aber eine Flanke von Jung knapp am rechten Pfosten vorbei. Als nächstes wurde der eingewechselte Jimmy Hoffer steil geschickt, aber sein Abschluss aus 20 Metern verfehlte das Tor um einen Meter.
Nach diesem verdienten Sieg ist die Eintracht, die heute ganz nebenbei die Tabellenspitze eroberte, mit der besten Punkteausbeute ihrer Geschichte vorzeitig aufgestiegen. Die Fans feierten mit ihren Helden auf dem Rasen.
Die Fans: „Nie mehr 2. Liga, nie mehr, nie mehr!“
Heribert Bruchhagen: „Man ist total erleichtert! Wir haben ein schweres Jahr hinter uns, aber unter dem Strich eine tolle Leistung geboten. Die Mannschaft jetzt ist routinierter als 2004. Das Team hat eine ausgesprochene Disziplin gezeigt. Der Abstieg war eine Katastrophe. Wir waren wie paralysiert, haben aber schnell reagiert und jetzt unser Ziel erreicht. Am kommenden Sonntag wird es bei uns im Stadion ein tolles Fest geben. Ich bin überzeugt, dass wir ordentlich feiern werden. Armin Veh wird sich nun über seine Zukunft erklären, da das Ergebnis jetzt feststeht.“
Armin Veh: „Das waren anstrengende 90 Minuten. Wir hatten diese Saison von Anfang an Druck. Wir waren schon Favorit, da hatten wir noch gar keine Mannschaft. Jetzt ist es geschafft, das ist einfach geil! Innen bin ich immer emotional. Ich versuche halt, diszipliniert zu sein. Der Charakter der Mannschaft war einfach gut, sonst schaffst Du das nicht. Es war ein echtes Team. Mich freut es ja wirklich für unsere Fans, die uns sensationell unterstützt machen. Die sind nach Ingolstadt, die sind überall hingefahren. Mit denen werden wir am Sonntag gegen 1860 München feiern. Jetzt sprechen wir zeitnah über meine Zukunft, man muss ja planen. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, wir werden uns jetzt unterhalten, nachdem wir es geschafft haben. Das Stadion ist halt eben viel zu teuer - und ich verstehe auch die Eintracht, dass sie solide wirtschaften will. Jetzt muss man in Ruhe schauen, was möglich nicht und was nicht. Ich habe keinen festen Plan. Jetzt freue ich mich erst mal, dass wir es geschafft haben, mir sind Steine vom Herzen gefallen. Constant ist unser Feiervogel, der wird im Bus bestimmt Party machen.“
Alex Meier: „Das war Wiedergutmachung, nachdem wir es im letzten Jahr verbockt haben. Natürlich können wir stolz sein. Wir haben die ganze Zeit hart gearbeitet und uns heute auch belohnt. Ich habe unserem Fitnesscoach, der mich richtig fit gemacht hat, und meinen Vorlagengebern viel zu verdanken. Wir haben keine Feier geplant, jetzt schauen wir mal.“
Oka Nikolov: „Wir wussten von Anfang an, dass wir eine Top-Mannschaft haben, dass es aber auch kein Selbstläufer wird. Jetzt sind wir froh. Es ist gar nicht so einfach, wenn sich zu Hause die Gegner immer hinten reinstellen. Kompliment an die Jungs.“
Sebastian Jung: „Das war Freude pur. Wir feiern noch weiter. Das war ein verdienter Aufstieg, jetzt können wir uns freuen. Dass so viele Fans hier waren, ist Wahnsinn, das pusht einen noch viel mehr.“
Mo Idrissou: „Wir sind einfach froh, dass wir diesen Aufstieg zwei Spieltage vor Schluss geschafft haben, das ist schon mein dritter Aufstieg. Wir haben eine charaktervolle Mannschaft.“
Sonny Kittel: „Das ist ein Riesenerlebnis. Jetzt haben wir unser Ziel, das wir seit dem ersten Spieltag hatten, erreicht und sind total euphorisch. Wir werden jetzt richtig Stimmung machen auf der Heimfahrt!“
Matthias Lehmann: „Wir wussten, wir haben eine sehr hohe Qualität. Jetzt haben wir Fürth auch noch überholt, jetzt wollen wir Erster werden!“
David Odonkor: „Nach dem ersten Gegentor sind wir zusammengefallen. Das darf uns natürlich nicht passieren. Wir haben noch zwei Spiele, die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Alexander Kolz
| 1 | SpVgg Greuther Fürth |
| 2 | Eintracht Frankfurt |
| 3 | Fortuna Düsseldorf |
| 4 | FC St. Pauli |
| 5 | SC Paderborn |
| 6 | TSV München 1860 |
| 7 | 1. FC Union Berlin |
| 8 | Eintracht Braunschweig |
| 9 | Dynamo Dresden |
| 10 | MSV Duisburg |
| 11 | VfL Bochum 1848 |
| 12 | FC Ingolstadt 04 |
| 13 | FSV Frankfurt 1899 |
| 14 | FC Energie Cottbus |
| 15 | FC Erzgebirge Aue |
| 16 | Karlsruher SC |
| 17 | Alemannia Aachen |
| 18 | Hansa Rostock |