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3. Spieltag

16.09.2012 So, 17:30
Eintracht Frankfurt
Hamburger SV
3 : 2

Dritter Sieg im dritten Spiel

In der mit 51.500 Zuschauern ausverkauften Commerzbank-Arena gewann die SGE dank eines überragenden Kevin Trapp am Sonntagabend mit 3:2 (2:1) gegen den HSV. Die Tore erzielten Inui (13.), Occéan (18.) und Aigner (52.) sowie Westermann (45.) und Son (63.).

Erzielte sein erstes Pflichtspieltor für die Eintracht: Olivier "Billy" Occéan

Zum Heimspiel nach der Länderspielpause nahm Chef-Trainer Armin Veh keine Änderung in der Startaufstellung vor. Er schickte die gleiche Elf auf den Platz, die gegen Hoffenheim so bravourös 4:0 gewonnen hatte. Damit stand mit Meier ein Eintracht-Spieler auf dem Platz, der in seiner Karriere auch schon für den Hamburger SV aufgelaufen ist. Abwehr-Neuzugang Zambrano, der sich im Spiel der peruanischen Nationalelf gegen die Argentinier um Superstar Lionel Messi großartig geschlagen hatte, spielte zuletzt für den Stadtrivalen des HSV, den FC St. Pauli.

Die Eintracht begann druckvoll, Inui gab bereits in der 2. Spielminute einen Warnschuss ab, der links am Kasten des Gästekeepers mit dem schönen Nachnamen „Adler“ vorbei strich. Es war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Die Eintracht – wie immer angetrieben durch die beiden Sechser Schwegler und Rode, die sich mit Offensiv-Vorstößen abwechselten – versuchte, vor allem über die Außenpositionen Torgefahr zu kreieren. Den hochstehenden Außenverteidigern Jung und Oczipka gelangen zwar Flanken in den Strafraum der Hamburger, große Chancen sprangen dabei jedoch zunächst nicht heraus.

Frühe Führung durch zwei Neuzugänge

Das sollte sich in der 13. Spielminute ändern. Durch engagiertes Nachsetzen von Meier kamen die Gäste in die Bredouille. Inui gelangte an den Ball, dribbelte in den Strafraum, fand die Lücke zwischen zwei HSV-Spielern und schoss mit den Innenrist an Adler vorbei in den hinteren Torwinkel – 1:0 für die Eintracht. Es war der erste Pflichtspiel-Treffer unseres japanischen Neuzugangs, seit er für die SGE die Stiefel schnürt. Herzlichen Glückwunsch, Takashi!

Nur zwei Minuten später wurde Trapp das erste Mal ernsthaft geprüft, als er einen Freistoß des Hamburger Rückkehrers van der Vaart mit einer Hand zur Ecke lenkte. Wieder nur Minuten später sollte es schon das zweite Mal im HSV-Kasten klingeln. Nach einer Inui-Ecke verlängerte Meier den Ball im Strafraum, im Gewusel schaltete Occéan am schnellsten und haute die Kugel zum 2:0 in die Maschen (18.). Auch unser kanadischer Neuzugang netzte zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für die Eintracht. Ebenfalls: Herzlichen Glückwunsch, „Billy“!

Trapp überragend, der HSV trifft und sieht rot

Wiederum nur Minuten später – Eintracht-Spiele sind wirklich kurzweilig in diesen Tagen – durfte sich Trapp wieder auszeichnen. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld lief ein Hamburger allein auf ihn zu, Trapp verkürzte den Winkel jedoch geschickt und machte diese große HSV-Chance zunichte, indem er zur Ecke klärte. Als hätte er noch nicht genug glänzen können, vereitelte der SGE-Keeper in der 28. Minute gleich die nächste „Hundertprozentige“. Die konternden Hamburger spielten den Ball auf den freien Mann in der Mitte, Trapp rettete diesmal spitzenmäßig mit einer Fußabwehr. Sofort setzten völlig zu Recht Sprechgesänge für den SGE-Torwart ein. Und wer sich fragte, wieso die Eintracht bei einer 2:0-Führung Konter fängt, dem muss man wohl entgegnen, dass hohe Risikobereitschaft Teil des neuen und sehr attraktiven hessischen Offensiv-Fußballs ist. Für die Nerven ist das nicht gut, für die Spannung schon. Und es gibt ja nun wahrlich Schlimmeres als Spiele mit vielen Großchancen.

Nachdem zwischenzeitlich Meier nach einer Occéan-Flanke nur um einen Schritt zu spät kam (35.), gelang dem HSV in der 45. Spielminute der Anschlusstreffer. Nach einer Ecke von van der Vaart köpfte Rudnevs den Ball in die Mitte, wo der Gäste-Kapitän Westermann ins Tor schoss. Nur noch 2:1. Doch Pause war in dem abwechslungsreichen Spiel immer noch nicht. Nach einem Zweikampf zwischen Anderson und Jiracek zog Schiedsrichter Stark die rote Karte für den Hamburger. Er hatte den Eintracht-Verteidiger mit gestrecktem Bein erwischt.

2. Halbzeit: Die Eintracht bringt die Führung heim

Die zweite Halbzeit begann zunächst nicht ganz so schwungvoll, doch schon bald drehte die Eintracht wieder auf gegen die nun dezimierten Hamburger. Nach etwa fünf gespielten Minuten bediente Meier mit einem schönen 30-Meter-Pass den rechts in den freien Raum sprintenden Jung. Dessen Pass in die Mitte wurde jedoch wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen.

Kurz danach wurde Meier von Schwegler angespielt und leitete den Ball an der Strafraumgrenze mit einem gekonnten Lupfer auf Aigner weiter. Dessen gefühlvoller Heber über den aus seinem Kasten eilenden Adler landete im Tor: 3:1 (52.). Kurz danach strich ein Fernschuss von Meier nur knapp links am Hamburger Tor vorbei. Der HSV gab sich jedoch noch nicht geschlagen. Nach einer Balleroberung in der Eintracht-Hälfte steckte van der Vaart durch auf Son, der damit frei vor Trapp war. Der Asiate konnte den chancenlosen SGE-Torwart umkurven und zum 2:3 aus Hamburger Sicht verkürzen (63.).

Fortan verlor das Spiel etwas an Fahrt, wobei ein Chancenplus der Eintracht zu verzeichnen war. In der 72. Minute etwa strich ein Schuss Schweglers von der Strafraumgrenze links nur knapp am Tor vorbei. Nur zwei Minuten später konterten die Hamburger erneut brandgefährlich. Wieder war es einer Glanzparade Trapps zu verdanken, dass der Schuss des frei vor dem Gehäuse der SGE auftauchenden Diekmeier nicht im Netz landete. Die Eintracht hatte ihrerseits weitere Chancen, den knappen Vorsprung auszubauen. Nach engagiertem Nachsetzen von Occéan im Strafraum strich ein Schuss Inuis von der linken Strafraumgrenze nur knapp am langen Tor-Eck vorbei (78.). Auch in der 86. Spielminute hätte die SGE beinahe wieder getroffen. Doch auch Adler zeigte bei einem Schuss von Meier, dass er zu den Besten seines Fachs gehört.

Fazit: Dritter Sieg im dritten Spiel

Nachdem zwei Freistöße der Hamburger in der Schlussphase nichts mehr einbrachten, gewann die SGE auch ihr drittes Saisonspiel. Die junge hessische Mannschaft begeisterte wieder einmal durch erfrischenden Offensiv-Fußball. Vielleicht hätte sie nach dem 2:0 beziehungsweise dem 3:1 einen Gang herunterschalten und sich mehr auf die Defensivarbeit gegen zehn Hamburger konzentrieren können. Auf der anderen Seite: Warum sollte man dieser SGE, die so toll kombinieren kann, das risikofreudige Offensivspiel austreiben? Langweilig wird es mit dieser Spielweise jedenfalls nicht, und solange Trapp weiterhin so überragend hält, sind auch gefährliche Konter des Gegners verschmerzbar. Auf der Pressetribüne wurde schon gewitzelt, wann Uli Hoeneß von Dortmund ablässt und sich der Eintracht zuwendet.

Stimmen zum Spiel

Eintracht-Trainer Armin Veh: "Wir haben heute ein unterhaltsames und temporeiches Spiel gesehen. Gerade in den ersten 25 Minuten haben wir alles umgesetzt, was wir uns auch vorgenommen hatten. Wir waren aggressiv, sofort im Spiel und haben uns Torchancen herausgespielt, die wir auch zur Führung nutzen konnten. Nach 25 Minuten standen wir zu tief, der HSV ist besser ins Spiel gekommen. Das frühe Pressing ist uns nicht mehr so gelungen, von da an war das Spiel ausgeglichener. Der HSV hatte zwei große Chancen, wo sie alleine auf unser Tor laufen. Aber Kevin Trapp konnte die Bälle hervorragend halten. Nach einer Standardsituation, in denen der HSV sehr gefährlich war, kassieren wir dann kurz vor der Pause doch noch den Anschlusstreffer. Nach der Halbzeit haben wir das Spiel aber wieder sofort im Griff. Mit der 3:1-Führung sollte das Spiel normalerweise entschieden sein. Aber wir schenken den Vorsprung wieder her. Die Situation vor dem Gegentreffer müssen wir ganz klar klären. Am Ende hat der HSV natürlich nochmal alles versucht und kam zu der großen Ausgleichschance, die Trapp wieder super vereitelt hat. Mit den guten Konterchancen hätte wir aber auch das Ergebnis auf 4:2 ausbauen können. Insgesamt sind wir natürlich glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben."

HSV-Trainer Thorsten Fink: "Es war heute ein sehr turbulentes Spiel mit einigen Toren und einer unberechtigten roten Karte. Der Spieler hatte die Absicht den Ball zu spielen, daher war für mich die Entscheidung zu hart. Leider haben wir die ersten 20 Minuten verschlafen und ein ganz schlechtes Spiel gezeigt. Darüber müssen wir reden. Danach kamen wir besser ins Spiel und haben in Unterzahl ein gutes Spiel gezeigt. Wir konnten drei hundertprozentige Torchancen herausspielen, die man einfach nutzen muss. Trotz der Rückstände haben wir Moral bewiesen. Auf die spielerischen Elemente und die Moral müssen wir zukünftig weiter aufbauen. Van der Vaart hatte einen guten Einstand, an allen gefährlichen Aktion war er beteiligt. Doch nur er alleine kann die Spiele nicht entscheiden."

Sebastian Rode: "Ich denke, dass wir heute wieder ein gutes Spiel gezeigt haben. Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen und konnten mit 2:0 in Führung gehen. Am Ende war es ein Schlagabtausch, wobei wir es etwas zu spannend gemacht haben. Gerade in Überzahl haben wir zuviele Chancen zugelassen und die Konter besser ausspielen müssen. Kevin hat uns die drei Punkte festgehalten. Mit drei Siegen zu starten ist natürlich ein super Gefühl und wir genießen den Moment. Aber wir halten weiterhin den Ball flach, am Freitag geht es weiter in Nürnberg."

Pirmin Schwegler: "Es war für uns heute ein hartes Stück Arbeit. Auch wenn sie immer noch null Punkte haben, hat der HSV Qualität. Doch gerade in der ersten Halbzeit haben wir bis zum Gegentor einen sehr guten Fußball gespielt. Nach der 3:1-Führung konnten wir das Spiel leider nicht souverän runterspielen und mussten am Ende noch zittern. Auch nach dem Sieg bleiben wir ganz bescheiden. Wir denken jetzt nicht, dass wir durch die Liga spazieren. Als Aufsteiger haben wir nun neun Punkte, das ist außergewöhnlich."

Kevin Trapp: "Ich denke, dass der Sieg insgesamt verdient war. Die Stimmung war überragend, das Stadion ausverkauft, da macht es Spaß zu spielen. Am Ende hat der HSV alles nach vorne geworfen und es wurde nochmal spannend. Was zählt sind die drei Punkte, darüber sind wir heute sehr glücklich, aber wir müssen weiter arbeiten."

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