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Eintracht Frankfurt
FC Bayern München
Am 28. Spieltag unterlag die SGE dem FC Bayern München knapp mit 0:1 (0:0). Das einzige Tor schoss Schweinsteiger in der 51. Minute. 51.500 Zuschauer sahen das Spiel in der Commerzbank-Arena.

Im Vergleich zum Auswärtssieg gegen Greuther Fürth nahm Eintracht-Trainer Veh drei Änderungen in der Startaufstellung vor. Für die verletzten Schwegler und Meier rückten Russ und Lanig ins Team, wobei Lanig die Position von Meier hinter der Spitze übernahm. Zudem lief Matmour für Lakic im Sturm auf. Die Kapitänsbinde übernahm Sebastian Jung, der – wie vor dem Spiel verkündet wurde – seinen Vertrag bei der Eintracht vorzeitig verlängert hat.
In den ersten Minuten tasteten sich die Teams vorsichtig ab. Die Bayern kamen über Robben das erste Mal gefährlich vor das Tor von Nikolov. Die Eintracht-Defensive konnte jedoch zur Ecke klären (3.). Im Gegenzug trieb Rode den Ball nach vorne – unter Druck legte sich Lanig bei der Ballannahme die Kugel jedoch etwas zu weit vor. In der sechsten Minute wurde erst Inuis Schuss geblockt, den zweiten Ball drosch Rode auf Neuers Kasten – leider vorbei.
Kurz darauf hatten die Frankfurter Glück, als ein Schuss von Shaqiri aus zentraler Position etwa 20 Meter vor dem Tor an den rechten Pfosten klatschte (9.). Den nächsten Bayern-Angriff über Robben fing Nikolov sicher ab (12.). Anschließend schlug Russ einen traumhaften 40-Meter-Pass auf Matmour. Der Algerier versuchte, den Ball im Strafraum volley zu nehmen, traf das Spielgerät jedoch leider nicht richtig. Nur wenig später war Nikolov bei einem abermaligen Schuss von Shaqiri zur Stelle (15.).
Die Bayern waren die leicht spielbestimmende Mannschaft – ihre hervorragende Form merkte man ihnen an. Allerdings versteckte sich die Eintracht keineswegs und gab eine deutlich bessere Figur ab als zuletzt Turin und Hamburg, die von den Bayern regelrecht an die Wand gespielt wurden. Beleg für den Offensivdrang der Eintracht waren Pässe von Inui (20.) und Aigner (22.) in die Schnittstelle der Abwehr, die jedoch leider keinen Abnehmer fanden. Auch Matmours Flanke an den langen Pfosten geriet etwas zu weit (24.).
Anschließend entschied Schiedsrichter Florian Meyer unter lautstarken Protesten der Eintracht-Fans auf Elfmeter für die Bayern. Der in den Strafraum eingedrungene Müller kam im Zweikampf mit seinem Verfolger, Marco Russ, zu Fall. Alaba trat zum Strafstoß an – und knallte den Ball an den gleichen Pfosten, den vorher schon Shaqiri getroffen hatte (25.). Beflügelt von diesem Geschenk wurde Inui wenig später auf die Reise geschickt. Beinahe wäre er im Rahmen eines Konters frei vor Neuer gewesen. Leider konnte der Japaner jedoch in letzter Sekunde abgegrätscht werden (28.).
In der 30. Spielminute nahm Armin Veh einen Wechsel vor. Für Lanig schickte er Celozzi aufs Feld. Der Deutschitaliener ging auf die rechte Seite, Aigner rückte daraufhin zu Matmour in den Sturm vor. In der 35. Minute zeigte der „ewige“ Oka, dass auf ihn Verlass ist. Er machte sich ganz lang und wehrte so einen wohl als Flanke gedachten Torschuss auf den langen Pfosten zur Ecke ab. Das Spiel wies in dieser Phase nicht mehr so viele Torraumszenen auf, was vor allem an einer umsichtigen Defensiv-Leistung beider Teams lag. So gingen die Mannschaften mit einem letztlich leistungsgerechten Unentschieden in die Kabine.
Durchgang Nr. 2 begann mit einem von Alaba herausgeholten und getretenen Freistoß aus etwa 25 Metern, der das Gehäuse von Nikolov jedoch weit verfehlte (46.). Auch ein Eckball der Bayern brachte nichts ein: Robbens Volley-Abnahme ging in die Wolken (49.). Anschließend wurschtelten sich Robben und Gomez durch den Eintracht-Strafraum, Jung konnte jedoch klären (50.). Eine Minute später war es dann jedoch leider passiert: Robben passte auf Lahm, der den Ball von rechts außen flach in den Strafraum schlug. Dort hatte sich Schweinsteiger freigestohlen. Der Nationalspieler verwertete per Hackentrick zum 1:0 aus Bayern-Sicht (51.).
Die Eintracht schüttelte sich kurz und dokumentierte, dass sie keine Mannschaft ist, die sich von Rückständen aus der Bahn werfen lässt. Zambrano eroberte den Ball, trieb ihn nach vorne und legte letztlich auf Rode ab. Der Youngster schoss sofort – leider knapp rechts vorbei (56.). Fünf Minuten später eroberte Jung in der Abwehr den Ball und spielte einen öffnenden Pass auf Rode. Der leitete auf Inui weiter, der an drei Gegenspielern vorbeidribbelte und seinen sehenswerten Sololauf mit einem Schuss aus 20 Metern abschloss. Leider war Neuer zur Stelle (61.).
Ein paar Minuten später schoss Shaqiri links am Eintracht-Tor vorbei (66.). Die Eintracht war nun das leicht dominierende Team. In der 68. Minute zog Inui in die Mitte – sein Schuss aufs kurze Eck wurde von Neuer pariert. Noch in der gleichen Minute brachte Armin Veh Stendera für Russ. Die Eintracht erzwang zwar noch keine hochkarätigen Torchancen, wollte aber den Ausgleich – das war deutlich zu spüren. Bei den wenigen Bayern-Kontern half zur Not Nikolov mit aus (72.). In der 75. Minute machte Veh von seiner dritten und letzten Wechselmöglichkeit Gebrauch: Lakic kam für Matmour.
Anschließend sollte sich die Eintracht eine großartige Torgelegenheit herausspielen. Aigner trieb den Ball auf rechts nach vorne und passte mustergültig auf den in der Mitte freien Lakic. Leider konnte Neuer mit einer Glanzparade den Schuss des gerade eingewechselten Kroaten zur Ecke klären (78.). In den nächsten Minuten folgte ein Eintracht-Powerplay, bei dem die Bayern Riesen-Glück hatten, dass Schiedsrichter Meyer in der 82. Spielminute nicht auf Elfmeter für die Eintracht entschied. Dante hatte nach einer Aigner-Flanke den Ball mit der Hand gespielt. Nur eine Minute später schoss Inui knapp links am Tor vorbei. Der Ausgleich wäre verdient gewesen. Doch leider gelang es den Bayern, den Sieg über die Zeit zu retten.
In einem unterhaltsamen Bundesligaspiel musste die Eintracht nach einer tollen Schluss-Offensive eine unglückliche Niederlage hinnehmen. War der SGE in Durchgang eins das Glück bei zwei Pfostentreffern hold, so hätten sich die Bayern im zweiten Durchgang nicht beschweren dürfen, wenn ein Elfmeter gegen sie gepfiffen worden wäre. Sei’s drum. Die Eintracht braucht sich mit der heutigen Leistung nicht zu verstecken. Die Bayern sind nun auch rechnerisch deutscher Meister. Zwar merkte man davon nach Schlusspfiff aufgrund der lautstarken Eintracht-Fans nicht viel. Dennoch herzlichen Glückwunsch nach München – so früh stand noch nie ein Team als Meister fest.
Eintracht Frankfurt © 2012