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27. Spieltag

31.03.2013 So, 17:30
SpVgg Greuther Fürth
Eintracht Frankfurt
2 : 3

Frankfurt entführt drei Punkte aus Fürth

Am 27. Spieltag gewann die Frankfurter Eintracht bei Mitaufsteiger Greuther Fürth nach Toren von Djurdjic (2.), Inui (13.), Aigner (58.), Meier (68.) und Sararer (72.) mit 2:3 (1:1). 18.000 Zuschauer sahen das Sonntagsspiel in der ausverkauften Trolli-Arena.

Im Vergleich zum Heimspiel gegen den VfB Stuttgart nahm Cheftrainer Armin Veh zwei Änderungen in der Startaufstellung vor. Für den verletzten Torhüter Trapp kam der 38-jährige Nikolov zu seinem Saisondebüt: Zudem lief Lakic für Celozzi auf. Die Eintracht spielte – wie erwartet – mit Doppelsechs (Schwegler, Rode) und Ein-Mann-Sturm (Lakic).

Früher Rückschlag

Das Spiel begann gleich mit einem Paukenschlag – allerdings in negativer Hinsicht. Nehrig trat eine von Baba herausgeholte Ecke in den Frankfurter Strafraum. Dort verlängerte Meier unglücklich auf den langen Pfosten, wo Djurdjic lauerte und den Ball nur noch einnicken musste – 1:0 aus Sicht der Heimmannschaft (2.).

Das Erfreuliche war: Die Eintracht brauchte nicht lange, um sich zu berappeln. Schon in der 8. Minute kam sie ihrerseits zu einem Treffer, dem Schiedsrichter Dr. Drees allerdings zu Recht die Anerkennung verweigerte. Inui hatte auf Aigner gepasst, dessen Passversuch in die Mitte des Strafraums zu einer Ecke führte. Diese verlängerte erneut Meier – diesmal vor dem gegnerischen Tor – auf den langen Pfosten, wo der leider im Abseits stehende Ex-Münchener Aigner den Ball ins Tor beförderte.

Früher Ausgleich

Den Hessen war’s egal. Nur fünf Minuten später sollte die Kugel wieder im Fürther Tornetz zappeln, und diesmal sollte der Treffer auch zählen. Meier passte auf Inui, der Japaner lief ein paar Schritte in die Mitte, ließ dabei einen Gegenspieler stehen und zog aus etwa 18 Metern trocken ins linke, untere Eck ab – 1:1 (13.). Es war bereits der sechste Saisontreffer des quirligen Asiaten, der mit dem Schuss bewies, dass er Angriffe durchaus wirkungsvoll abschließen kann.

Auch in der Folge war die SGE das leicht spielbestimmende Team, wenngleich brauchbare Torchancen Mangelware blieben. Überwiegend probierten es die Frankfurter mit langen Bällen auf Meier, denen man in puncto Präzision leider einen gewissen Optimierungsbedarf attestieren musste. Als das Spiel zu verflachen drohte, erspielte sich die Eintracht jedoch eine dicke Chance: Inui passte auf Oczipka, der vor sich auf der linken Seite viel Raum hatte. Der Linksverteidiger flankte aus dem Halbfeld auf Lakic, dessen Kopfball nur knapp am Lattenkreuz vorbeiflog (23.).

Fehlende Präzision im Spielaufbau

In dem durchschnittlichen Bundesligaspiel musste die SGE gerade bei Kontern höllisch aufpassen. In der 27. Minute fing Nikolov eine abgefälschte Flanke sicher ab. Nur eine Minute später klärte Zambrano einen offensiven Ballverlust mit tollem Zweikampfverhalten. Kurz später hatte die Eintracht Glück, dass die einzige Fürther Sturmspitze Djurdjic im Fünfmeterraum nicht an eine Flanke kam (30.).

Die einzige Sturmspitze der Eintracht wiederum kam zwar in der 38. Minute an den Ball, verfehlte jedoch das Tor um einen guten Meter. Schwegler hatte butterweich geflankt. Es war die erste dicke Eintracht-Chance nach über zehn Minuten. Die Frankfurter waren zwar technisch überlegen, ihnen gelang es jedoch zu selten, aus ihren fußballerischen Möglichkeiten Kapital zu schlagen. So resümierte Sportdirektor Hübner zur Halbzeit völlig zu Recht, dass die letzte Konzentration im Passspiel fehlte, woran freilich auch der holprige Platz eine gewisse Mitschuld trug.

Zweite Halbzeit: Die SGE geht in Führung

Die Kleeblätter erwischten den besseren Start in Durchgang zwei. In der 48. Minute scheiterten sie erst mit einer etwas zu hohen Flanke und wenige Sekunden später mit einem Fernschuss, der knapp über Nikolovs Kasten flog. Kurz später musste der Eintracht-Torwart vor einem herbeieilenden Fürther retten (49.). Im Gegenzug verpasste Lakic Inuis Pass im Strafraum. Die SGE war nun auch im Spiel – kurz danach endete eine schöne Kombination mit einem Doppelpass-Versuch leider in der Fürther Abwehrreihe.

Das Spiel wies zwar nach wie vor keine erstklassigen Torgelegenheiten auf, war in dieser Phase aber durchaus kurzweilig. In der 53. Minute zog Nehrig in den Strafraum, legte sich – bedrängt durch die Defensive der SGE – den Ball aber zu weit vor. Vier Minuten später spielten Aigner und Jung die Fürther Defensive schwindelig. Jung passte schließlich zurück auf Rode – Lakic hatte den Ball geschickt durchgelassen –, doch der Linksschuss des Youngsters ging leider knapp übers Tor.

Dennoch war diese dicke Chance eine Art Initialzündung. Denn nur eine Minute später flankte Oczipka in den Strafraum. Meier und Lakic kamen nicht an den Ball bzw. ließen ihn bewusst passieren, so dass die Murmel bei dem rechts freien Aigner landete. Der zog wuchtig ab. Sein leicht abgefälschter Schuss schlug im kurzen Eck ein – 1:2 (58.).

Fürth drückt, die Eintracht trifft erneut

Es folgte eine Fürther Druckphase mit zahlreichen Eckbällen. Fast drei Minuten lang schnürten die Franken die Hessen am eigenen Strafraum fest – man fühlte sich an Powerplay-Situationen aus dem Eishockey erinnert.

Das war zu viel für Alex Meier. Der Lange passte in der 68. Minute auf Inui. Als der Japaner – allein auf weiter Flur – in der Fürther Defensive hängenblieb, drosch Meier die herrenlose Kugel zum 1:3 ins linke Eck. Meier, der damit seine Torflaute beendete, bewies wieder einmal, dass er keiner ist, der lange fackelt – richtig so!

Fürth erzielt den Anschlusstreffer

Leider sahen die Fürther überhaupt nicht ein, sich damit geschlagen zu geben. Sararer zog in den Strafraum und hielt aus etwa 13 Metern drauf. Sein Schuss klatschte an den Innenpfosten und von da ins Tor – nur noch 2:3 (72.). Wenig später wäre es fast noch dicker gekommen. Djurdjic knallte den Ball aus spitzem Winkel an den rechten Außenpfosten (73.).

Der Eintracht-Coach reagierte. Er nahm Lakic vom Feld und brachte den deutlich defensiveren Celozzi. Der nahm sofort Aigners Position ein, der frühere Löwe ging in den Sturm (76.). Greuther Fürth machte allerdings weiter Druck. Die Eintracht kam zwar zu Entlastungsangriffen, denen es jedoch an Zielstrebigkeit fehlte. Freilich gingen auch nicht alle Mitspieler bei Kontern mit vor, um die Gefahr von Gegenkontern zu minimieren.

Die SGE rettet die Führung über die Zeit

In der 82. Minute wechselte die Eintracht erneut: Lanig kam für Schwegler, der die Kapitänsbinde an den Torschützen Meier weitergab. Der erreichte fünf Minuten vor Schluss leider einen Inui-Pass nicht – es wäre wohl die Entscheidung gewesen. In der 87. Minute zog der Lange nochmal ab, traf den Ball jedoch nicht richtig. Der Schuss ging weit übers Tor. Veh wechselte in der gleichen Spielminute zum dritten und letzten Mal: Für Aigner kam Russ.

Fürth probierte es in der Schlussphase mit hohen Bällen in den Strafraum. Die geballte Eintracht-Abwehr konnte die knappe Führung jedoch über die Zeit retten.

Fazit

In einem fairen Spiel – Schiedsrichter Dr. Drees verteilte nur eine gelbe Karte an den meckernden Djurdjic in der Nachspielzeit – ging die Eintracht als glücklicher, wenngleich nicht unverdienter Sieger vom Platz. Positiv zu vermerken ist vor allem, dass die Hessen ihre Torgefahr wiederentdeckt haben. Zwar litt die Defensive etwas unter der offensiven Spielweise, aber es ist eine Binsenweisheit: Wenn Du vorne einmal mehr triffst, als Du hinten Tore fängst, geht Du als Sieger vom Platz. Das hat die Eintracht heute geschafft und damit alles richtig gemacht. Herzlichen Glückwunsch!

Eintracht Frankfurt © 2012