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Nach Treffern von Köhler (69.) und Langeneke (91., FE) endete das Topspiel der 2. Bundesliga heute in Düsseldorf vor 41.200 Zuschauern mit 1:1 (0:0). In einem ausgeglichenen Spiel mit hitziger Schlussphase wurde Rösler nach dem Ausgleich des Feldes verwiesen.

Armin Veh hatte seine gegen Braunschweig siegreiche Elf nur auf einer Position verletzungsbedingt verändert. Bamba Anderson verteidigte für den leicht verletzten Martin Amedick. Im kompakten 4-2-3-1-Spielsystem agierend, legten die Gäste von Beginn an großen Wert auf eine gute Defensive und waren bei gegnerischem Ballbesitz erkennbar bemüht, möglichst alle Spieler hinter den Ball zu bringen. Auch Düsseldorf agierte zunächst eher vorsichtig, so dass wirkliche Torchancen in der ersten halben Stunde ausblieben.
Während die Düsseldorfer Angriffe meist über links vorgetragen wurden, kam die Eintracht in der Regel über rechts. Folgerichtig waren auf Frankfurter Seite Karim Matmour sowie der äußerst aufmerksame und sichere Sebastian Jung unter den auffälligsten Spielern zu finden. Als es dann aber erstmals richtig gefährlich wurde, lief der Angriff über links. Matthias Lehmann flankte den Ball in den Strafraum, wo Alexander Meier sich zwischen zwei Verteidigern freigelaufen hatte, sich aber etwas zu spät für den Sprung in den scharfen, schnellen Ball entschied und den Ball mit seinem Flugkopfballversuch nur um einige Zentimeter verfehlte. Im Gegenangriff konnte sich Oka Nikolov zwei Mal auszeichnen, als er einen Aufsetzer aus über 20 Metern zunächst zur Seite abwehrte und dann im weiteren Verlauf des Angriffes mit einer Fußabwehr gegen Beister klärte, der es aus spitzem Winkel probiert hatte. Da sonst nicht von weiteren nennenswerten Torchancen zu berichten ist, war das 0:0 der logische und gerechte Pausenstand.
Das Spiel war im zweiten Durchgang deutlich lebendiger, auch wenn das Hauptaugenmerk beider Teams nach wie vor auf der Defensive lag. Die Eintracht war gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs etwas wacher und bissiger als der Gegner. Doch Düsseldorf hielt in jeder Phase voll dagegen und kam nach etwa einer Stunde wieder besser ins Spiel. Die Torgelegenheiten wurden auf beiden Seiten immer hochkarätiger, so dass es sich andeutete, dass die Begegnung der beiden - mit Fürth - offensivstärksten Mannschaften der Liga nicht torlos enden würde. Nunmehr lief das Spiel bei Frankfurt fast nur noch über links und bei Düsseldorf über rechts - eine kuriose Umkehrung der Verhältnisse der ersten Hälfte.
Gerade nach einer guten Chance für Beister, der aus spitzem Winkel am starken Nikolov gescheitert war, startete die Eintracht den besten Angriff des Spiels. Meier behauptete den Ball auf der linken Seite, spielte dann entgegen den Erwartungen sämtlicher Gegenspieler nicht den Pass raus auf den Flügel, sondern zog nach innen und spielte den Ball mit idealer Härte und exakter Passrichtung in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr auf Benjamin Köhler. Jener hatte sich im Strafraum etwa auf Höhe des Elfmeterpunktes freigelaufen und schob den Ball unbedrängt und souverän in die rechte untere Ecke.
In der nun härter und rassiger werdenden Begegnung blieb die Eintracht noch kurz am Drücker, ehe man dann der Fortuna das Feld überließ und nur noch auf Konter setzte. Während bei der Eintracht nun aber bei den schnellen Gegenangriffen die letzte Konsequenz fehlte, konnte Düsseldorf erfolgreich Druck erzeugen und kam unter anderem zu einem Pfostenschuss durch Bröker. Das Spiel wurde hektischer, beide Teams kamen nun immer wieder zu jedenfalls im Ansatz gefährlichen Szenen.
In der Schlussminute kam es schließlich zu einem Zweikampf zwischen Anderson und dem eingewechselten Furuholm im Frankfurter Strafraum. Nachdem Rösler schon zweimal in ähnlichen Situationen vergeblich abgehoben hatte, kam nun auch Furuholm ohne wirkliche gegnerische Einwirkung zu Fall. Im Gegenteil hatte Anderson sogar den Ball gespielt und am Gegenspieler, der sich am langen (aus Angreifersicht linken) Pfosten vergeblich streckte, vorbeigespitzelt. Folglich war es keine Überraschung, dass der bis dahin souveräne Schiedsrichter Dr. Brych zunächst weiterlaufen ließ, ehe er sich von seinem Assistenten bedauerlicher Weise noch überzeugen ließ, doch auf Elfmeter zu entscheiden. Bemerkenswert dabei ist, dass der Assistent an der aus Angreifersicht rechten Seitenlinie postiert war und somit das komplette Abwehrzentrum zwischen sich und dem von ihm beurteilten Zweikampf hatte. Langeneke verwandelte den unberechtigten Strafstoß wie immer souverän. Der Innenverteidiger, der aus dem Spiel heraus noch nicht getroffen hat, belegt aufgrund seiner zahlreichen Elfmetertreffer derzeit einen respektablen 8. Platz in der Torschützenliste. Es war bereits der 11. Elfmeter für Düsseldorf im 21. Saisonspiel.
Ein unschönes Nachspiel lieferte sodann Rösler, der demonstrativ vor der Frankfurter Bank jubelte, dann von hinten auf Veh zulief, ihn beschimpfte und danach fortlaufend provozierte. Rösler wurde folgerichtig mit gelb-rot des Feldes verwiesen, während Veh auf die Tribüne musste.
Am Ende war es ein zwar leistungsgerechtes Remis, mit dem zu leben der Eintracht und ihren Anhängern aber schwerfällt, da zwei Punkte erst durch eine Fehlentscheidung in der Schlussminute „abhanden kamen“.
Bruno Hübner:
„Was Armin Veh im Vorfeld mitmachen musste, nur weil er eine Tatsache ausgesprochen hat - da muss man sich dann nicht wundern, wenn es so ausgeht. Die Mannschaft hat phantastisch gespielt, hat die Vorgaben des Trainers gut umgesetzt. Wir müssen das 2:0 machen, dann gehen wir hier als verdienter Sieger vom Platz. Wir werden das jetzt in Ruhe analysieren.“
Benjamin Köhler:
„Es ist ja nicht das erste Mal, dass Sascha Rösler provoziert. Das gehört sich nicht im Fußball. Er ist ein Selbstdarsteller. Beim Elfmeter hätte der Schiedsrichter sich von den Düsseldorfern nicht belabern lassen sollen. Ein Sieg wäre wichtig gewesen, aber es geht jetzt weiter. Am Ende wird abgerechnet. Alex Meier hat sich mit der Vorlage revanchiert, letzte Woche habe ich ihm eins aufgelegt.“
Heiko Butscher:
„Ich rege mich darüber auf, dass wir zu leichtfertig mit den Konterchancen umgegangen sind. Aber auch der Elfmeter war ärgerlich. Es war ganz objektiv betrachtet kein Elfmeter. Was will man machen? Es ist immer schwer für Schiedsrichter in einem so emotionalen Spiel. Wir haben gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft haben. Die Punkte holen wir uns woanders wieder zurück.“
Wolf Werner (Manager Fortuna Düsseldorf):
„Ich denke es ist ein Elfmeter, weil der Assistent ihn angezeigt hat. Der Schiedsrichter hat ihn gegeben, wir haben gegen Paderborn auch einen klaren Elfmeter nicht bekommen. Die Medien machen schon seit acht Wochen Hexenjagd aus Sascha Rösler. Vielleicht sind auch die Emotionen mit ihm durchgegangen, er ist auch nur ein Mensch. Es war kein Spitzenspiel. Beide Teams hatten zu viel Respekt, wir spielten sehr gehemmt. Es ist wichtig, dass wir zum Schluss noch einen Punkt geholt haben.“
Jens Langeneke:
„Ich glaube, der ein oder andere in Deutschland fand die Aktion von Sascha Rösler nicht so schlecht. Ich kann ihm keinen Vorwurf machen. Vor der Frankfurter Führung hat Oka Nikolov noch gut gegen Maxi Beister gerettet. Ich denke, am Ende ist das Ergebnis gerecht.“
Norbert Meier:
„Das Spiel war in der ersten Halbzeit sehr von der Taktik geprägt. Wir haben uns zu wenig zugetraut. In der zweiten Halbzeit hatten wir unsere Möglichkeiten. Das Tor haben die Frankfurter dann erstklassig gemacht. Wir sind darauf reingefallen, dass Alex Meier eben nicht nach außen spielt, wie alle erwarten, sondern in die Mitte zu Benjamin Köhler. Frankfurt hat eine hohe spielerische Substanz. Den Elfmeter kann man geben. Der Assistent hatte die beste Sicht, denke ich. Wir sollten uns generell auf Fußball konzentrieren. Das Verhalten von Sascha Rösler war überflüssig. So eine Aktion gehört sich nicht. Aber auch als gegnerischer Trainer sollte man Spieler nicht an den Pranger stellen. Man konnte schon sehen, dass das Spiel sehr aufgeladen war.“
Alexander Kolz
| 1 | SpVgg Greuther Fürth |
| 2 | Eintracht Frankfurt |
| 3 | Fortuna Düsseldorf |
| 4 | FC St. Pauli |
| 5 | SC Paderborn |
| 6 | TSV München 1860 |
| 7 | 1. FC Union Berlin |
| 8 | Eintracht Braunschweig |
| 9 | Dynamo Dresden |
| 10 | MSV Duisburg |
| 11 | VfL Bochum 1848 |
| 12 | FC Ingolstadt 04 |
| 13 | FSV Frankfurt 1899 |
| 14 | FC Energie Cottbus |
| 15 | FC Erzgebirge Aue |
| 16 | Karlsruher SC |
| 17 | Alemannia Aachen |
| 18 | Hansa Rostock |