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19. Spieltag (19.12.2011, 20:15 Uhr)
FC St. Pauli
2 : 0
Eintracht Frankfurt
FC St. Pauli
  19. Spieltag   2. Bundesliga
Eintracht Frankfurt

Unglückliche Niederlage im Topspiel

Vor 24.487 Zuschauern hat die Eintracht das letzte Spiel des Jahres beim FC St. Pauli unglücklich mit 0:2 (0:1) verloren. Die Treffer erzielten Morena (32.) und Kruse (68.).

Die Gäste aus Frankfurt begannen zunächst mit Karim Matmour anstelle von Theofanis Gekas und stellten daher auf das 4-2-3-1-Spielsystem um, anstatt vorne zwei echte Spitzen aufzubieten.

Die Eintracht begann das Spiel leichtfüßiger und ließ anfangs Ball und Gegner laufen. Doch auch die Gastgeber bemühten sich um ein gepflegtes Aufbauspiel. Es war zu sehen, dass die beiden Teams mit den meisten gespielten Pässen der zweiten Liga aufeinander trafen. Die erste Gelegenheit hatte nach knapp 10 Minuten Alexander Meier, der nach einem Pass von Pirmin Schwegler in den Strafraum aus spitzem Winkel flach abzog und Tschauner zu einer Fußabwehr zwang. St. Pauli antwortete mit einem langen Ball auf die rechte Seite, wo es Bruns gelang, den Ball an Constant Djakpa vorbei von der Torauslinie flach zur Mitte zu passen. Dort geriet Bartels in Rücklage und schoss den Ball aus 8 Metern deutlich drüber.

Früher erster Wechsel nach ansprechendem Beginn

Eine Standardsituation brachte die nächste Torchance für die Gäste. Schwegler zirkelte eine Freistoßflanke auf Gordon Schildenfeld, der mit dem Kopf gefährlich verlängerte. Tschauner streckte sich und konnte mit ausgestreckten Armen parieren. Der abgefälschte Nachschuss von der Strafraumgrenze trudelte ins Toraus. Dann musste Armin Veh bereits nach 20 Minuten auswechseln, denn Matmour konnte nach einem Ellenbogenstoß von Schachten wegen einer Kopfverletzung nicht mehr weiterspielen. Er wurde durch Gekas ersetzt. Die Adlerträger agierten nun wieder im 4-4-2-Spielsystem mit Raute, wobei Mo Idrissou eher als hängende Spitze hinter Gekas in Aktion trat.

Kruse kam bald darauf von links zum Schuss, doch konnte der aufmerksame Sebastian Jung seinen Versuch zur folgenlosen Ecke abfälschen. In der Regel brachten die Gastgeber Frankfurt aber eher in Verlegenheit, wenn sie mit Bruns und Funk über die rechte Seite nach vorne kamen. Auf diese Weise erspielte sich St. Pauli nach einer guten halben Stunde eine Ecke, nach welcher der Ball im Strafraum zufällig über verschiedene Stationen wanderte, ehe er bei Morena landete. Der Kapitän der Heimelf erzielte mit einem trockenen Schuss aus 3 Metern die überraschende, dem bisherigen Spielverlauf nicht gerecht werdende Führung für St. Pauli.

Gute Reaktion auf den Rückstand

Die Eintracht kam umgehend wieder in die Partie zurück. Benjamin Köhler schickte den agilen Sebastian Rode mit einem Kurzpass in die Gasse. Rode umkurvte seinen Gegenspieler und war von links kommend frei vor Tschauner, der den folgenden Flachschuss in die lange Ecke gut entschärfen konnte. Der Abpraller landete 14 Meter vor dem Tor bei Meier, dessen zweiter Versuch vom in den Schuss springenden Schachten geblockt wurde. Was St. Pauli auf der einen Seite an Glück hatte, lief für die Hessen vor dem gegnerischen Tor unglücklich. Nach schöner Vorlage von Idrissou kam erneut Meier zum Schuss, doch aus zentraler Position 18 Meter vor dem Kasten zog er den Ball genau auf Tschauner. Oka Nikolov konnte noch einen 20-Meter-Freistoß von Bruns ohne große Mühe im Torwarteck stehend fangen, dann war die erste Hälfte mit einem ungerechten Rückstand beendet.

Obwohl die Eintracht gleich mit Wiederanpfiff drückte, kamen die Gastgeber zur ersten gefährlichen Szene. Kruse setzte sich von links kommend gegen Bamba Anderson durch und passte in die Mitte, wo Djakpa zunächst noch gerade so mit dem langen Bein rettete, ehe Anderson den Nachschuss von Boll zur Ecke abfälschte. Direkt im Anschluss ging der von einem Wurfgeschoss aus der Hamburger Kurve am Kopf getroffene Kapitän Schwegler zu Boden, konnte aber letztlich weitermachen. Frankfurt antwortete mit einem schönen Angriff. Meier spielte den Ball auf Idrissou der aus 20 Metern direkt abzog. Erneut konnte der starke Tschauner mit einer Glanzparade aufwarten.

Tschauner bringt die Gäste zur Verzweiflung

Der Keeper der Gastgeber hatte auch nach einer knappen Stunde wieder die Finger im Spiel, als Djakpa den Ball flach in den Strafraum passte, wo Gekas den Ball direkt mitnahm und aus spitzem Winkel abzog. Tschauner konnte die Kugel zwar nicht festhalten, hatte sie aber im Nachfassen noch vor dem heran eilenden Idrissou sicher. Der Kameruner Angreifer hatte auch die nächste Möglichkeit, köpfte aber im Fünfmeterraum eine der unheimlich zahlreichen Schwegler-Ecken drüber. Es spielte nun nur noch die Eintracht.

Die Adlerträger, die insgesamt 62 % Ballbesitz hatten und 56 % der Zweikämpfe für sich entscheiden konnten, ließen den Ball in dieser Phase wie beim Handball zirkulieren, wobei der überragende Schwegler und Meier als Schaltzentrale für den Rhythmus sorgten. Häufig liefen die Angriffe über rechts, dann aber bediente Meier den aufgerückten Djakpa, der die Flanke an den langen Pfosten zog. Idrissou legte mit dem Kopf in die Mitte, wo Gekas aufs Tor köpfte. Torschütze Morena rettete für Tschauner auf der Linie.

Kruse stellt das Spiel auf dem Kopf

Aberwitzigerweise fiel der Treffer dann auf der anderen Seite. St. Pauli startete einen Konter der wegen der 4:2-Überzahl der Hessen nicht besonders erfolgversprechend schien. Doch Bartels lief auf der rechten Seite allen Gegenspielern davon und spielte präzise und genau im richtigen Moment in die Mitte, wo Kruse sich gegen Anderson gut freigelaufen hatte. Kruse, der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Liga, ließ Nikolov keine Chance und erhöhte auf 2:0.

Die Eintracht war nun doch empfindlich getroffen, spielte und kämpfte zwar mit Moral weiter, war aber eindeutig nicht mehr am Drücker im nunmehr wieder ausgeglichenen Spiel. Mit den Einwechslungen von Caio und Rob Friend wollte Veh noch einmal für Belebung sorgen und tatsächlich hatte der Brasilianer 7 Minuten vor dem Ende mit einem Distanzschuss die nächste halbwegs gefährliche Szene. Doch der Ball ging am Kasten vorbei, ohne dass Tschauner hätte eingreifen müssen. Während die Gäste weiter anrannten, hätte St. Pauli fast noch mit einem Konter erhöht, doch Nikolov zeigte sich bei seiner Fußabwehr aufmerksam. Auf der anderen Seite konnte Tschauner eine Kopfballverlängerung von Gekas gerade noch zur Ecke lenken.

Es soll heute einfach nicht sein

Trotz großen Aufwands konnte Frankfurt heute erst zum dritten Mal in dieser Saison kein Tor erzielen und kassierte die zweite Saisonniederlage. Die Gastgeber konnten durch den ersten Sieg über die Adlerträger seit fast 14 Jahren mit der Eintracht gleichziehen. Für eine spannende Restrückrunde im kommenden Jahr ist gesorgt. Die Frankfurter Leistung - jedenfalls kämpferisch und in der Offensive - gibt im Gegensatz zum heutigen unglücklichen Ergebnis durchaus Anlass zu Frankfurter Aufstiegshoffnungen.

Stimmen zum Spiel:

Andre Schubert:
„Max Kruse ist mit seiner Torgefährlichkeit ein wichtiger Spieler für uns. Wir wollen bis zum Schluss vorne dabei sein. Vorne ist es ganz eng, daher ist alles drin. Wir freuen uns auf eine spannende Rückrunde.“

Fabio Morena:
„Es war uns klar, dass wir gegen eine gute Frankfurter Mannschaft ein Kampfspiel liefern müssen. Der Trainer hat uns gut eingestellt. Wie wir gespielt haben, ist zweitrangig. Wichtig war heute das Ergebnis. Philipp Tschauner hat uns mit einigen Superparaden nicht zum ersten Mal den Sieg gerettet. Jetzt wollen wir lange vorne mit dabei bleiben, dann spielen der Kopf und das Glück eine entscheidende Rolle.“

Armin Veh: „Wir haben uns leider nicht belohnt. Über 90 Minuten waren wir die dominierende Mannschaft und hatten genügend Torchancen. Nur beim letzten Punkt waren wir nicht konsequent genug. Aber wir waren frisch und spritzig und haben völlig dominiert. Beim Konter zum 2:0 waren wir 4 gegen 2 in Überzahl. Der darf nicht fallen, das müssen wir besser verteidigen. Es kann sein, dass wir in der Pause Spieler abgeben und auch welche holen.“

Pirmin Schwegler: „Meinem Kopf geht es gut. Ich war nur überrascht, dass mir etwas auf den Kopf flog. So ein Verhalten ist traurig, weil hier auf Pauli normal tolle Fans sind. So etwas macht den Fußball kaputt. Ich fand das Spiel heute nicht so schwer, weil wir fußballerisch besser waren. Aber wir haben 2:0 verloren. Es hat nicht die besser spielende Mannschaft gewonnen, sondern die, die besser zusammengestanden hat. Das sollte uns nachdenklich machen.“

Alexander Kolz

TABELLE

1 SpVgg Greuther Fürth
2 Eintracht Frankfurt
3 Fortuna Düsseldorf
4 FC St. Pauli
5 SC Paderborn
6 TSV München 1860
7 1. FC Union Berlin
8 Eintracht Braunschweig
9 Dynamo Dresden
10 MSV Duisburg
11 VfL Bochum 1848
12 FC Ingolstadt 04
13 FSV Frankfurt 1899
14 FC Energie Cottbus
15 FC Erzgebirge Aue
16 Karlsruher SC
17 Alemannia Aachen
18 Hansa Rostock

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