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15. Spieltag (20.11.2011, 13:30 Uhr)
Eintracht Frankfurt
4 : 3
Alemannia Aachen
Eintracht Frankfurt
  15. Spieltag   2. Bundesliga
Alemannia Aachen

Eintracht erklimmt nach 4:3 die Tabellenspitze

Am Ende gewann die Frankfurter Eintracht den in der Schlussviertelstunde eröffneten Schlagabtausch gegen Alemannia Aachen mit 4:3 (2:0). Idrissou (9.), Köhler (12.), Hoffer (81.) und Matmour (89.) trafen vor 38.500 Zuschauern für die Hausherren.

Für das Heimspiel gegen Alemannia Aachen konnte Eintracht-Trainer Armin Veh auf dieselbe Anfangsformation zurückgreifen, wie beim 2:1 Sieg in Aue. Lediglich auf der Ersatzbank musste er zwei Veränderungen vornehmen: Für die angeschlagenen Gekas und Friend nominierte er Caio und Bell. Letzterer war vergangene Woche beim U21-Länderspiel der Deutschen an drei Toren unmittelbar beteiligt.

Es dauerte nicht lang, da zappelte der Ball bereits im Netz, doch das Tor für die Eintracht fiel nicht regelkonform und wurde deshalb nicht anerkannt. Idrissou spitzelte dem Aachener Schlussmann Waterman das Leder aus den Armen und spielte von der Torauslinie scharf in die Mitte, von wo aus Olajengbesi das Leder im eigenen Netz unterbrachte. Der Linienrichter hatte dies jedoch gesehen und gab den Treffer nicht (2.). Nur eine Minute später wieder Hektik im Strafraum der Gäste, als sich Hoffer sieben Meter vor dem Tor mit dem Ball durchsetzen konnte, sein Schuss allerdings von zwei sich in die Bahn werfenden Alemannen geblockt wurde.

Auftakt nach Maß für die Hausherren

Kurios war sie dann aber doch, die Führung der Gastgeber. Falkenberg spielte eine Rückpass auf Waterman, Idrissou stürmte auf den Torwart, wie man das x-Mal an einem Bundesligawochenende zu sehen bekommt. Waterman wollte den Ball dann mit dem linken Fuß nach vorn schlagen, legte ihn sich aber unglücklich selbst mit dem rechten Standbein vor und rutschte aus. Idrissou war sofort zur Stelle und schob das Leder zur 1:0-Führung ein (9.).
Nur drei Minuten später spielte Köhler einen tollen Pass auf den am rechten Strafraumeck sträflich freistehenden Idrissou, der nahm das Leder aus der Luft an und spielte dann in den Rückraum der Aachener Abwehr, wo wiederum Köhler völlig frei aus 11 Metern zum Schuss kam und den eigens eingeleiteten Angriff mit einem Tor zum 2:0 krönte.
In der Folge beruhigte sich die Partie ein wenig, weil sich auch die Gäste zu fangen schienen. Und so kamen sie dann auch mit Stehle in der 20. Minute das erste Mal gefährlich in den Strafraum. Doch Köhler entschärfte die Situation fünf Meter vor dem Tor mit einem hervorragenden Tackling. Bis auf einen Schuss von Yabo aus der Drehung, womit er Nikolov vor keine große Herausforderung stellte (44.), sollte dies auch die letzte Tormöglichkeit bis zum Pausenpfiff durch Schiedsrichter Osmers werden. Die Eintracht bestimmte zwar weitestgehend das Spielgeschehen, konnte sich gegen die seit dem 2:0 sehr engstehenden Gäste nur schwer dem Torraum nähern.

Viel intensivere zweite Halbzeit

Direkt mit dem Wiederanpfiff kam die Eintracht in den Strafraum durch einen Doppelpass von Meier und Rode. Rode legte im 16er noch mal quer auf Meier, der aus 11 Metern aber nur den Gegenspieler anschoss (47.). Nur eine Minute später versuchte es Hoffer mit einem Flachschuss ins linke untere Eck von der Strafraumgrenze, doch Waterman streckte sich und hielt das Leder. Weitere zwei Minuten danach köpfte Meier aus kurzer Distanz einen herein gespielten Freistoß auf das Tor, doch Waterman bewies einen guten Reflex.
In der 59. Minute schlenzte Köhler einen Freistoß von halbrechts aus 17 Metern knapp unter die Latte, doch Waterman beförderte das Leder noch über den Querbalken.
Die größte Möglichkeit zum Anschlusstreffer hatte der zur Pause eingewechselte Radu nach einem Eckball in der 65. Minute. Doch sein Kopfball wurde von Köhler auf der Linie geklärt. Dann ging es wieder auf der anderen Seite weiter. Erst landete Rode's (66.) und dann Hoffer's Schuss (71.) in den Armen von Waterman.

Torreiche Schlussviertelstunde

Die Schlussphase hatte es dann richtig in sich. Eine Hereingabe von der linken Seite verwertete Auer zum 1:2 (78.) und ließ bei den Gästen einen Funken Hoffnung entstehen. Kurz darauf stellte Hoffer allerdings den alten Abstand wieder her. Mit einem trockenen, kompromisslosen Strich erzielte er von halblinks ins kurze Eck das 3:1 (81.). Die Aachener steckten nicht auf und erzielten postwendend, keine 60 Sekunden später, per Kopf durch Radu das 2:3 (82.). In der 86. Minute köpfte Meier nach einem Freistoß auf das Tor, aber dies stellte keine Gefahr für Waterman dar. In der 87. Minute dann der Schock: Ein Freistoß von Demai prallte von der Latte an den Rücken von Nikolov, sprang vor der Torlinie auf, drehte sich in Richtung Tor, Schildenfeld versuchte noch zu klären, doch der Ball hatte die Linie bereits in vollem Umfang überquert.

Joker Matmour macht’s wieder

Doch das Tollhaus war noch nicht beendet. Einen Freistoß von Schwegler verwertete der erst zehn Minuten zuvor für Idrissou eingewechselte Matmour per Kopf (89.). Der Algerier sicherte der Eintracht damit einmal mehr als Joker drei wichtige Punkte kurz vor Schluss, denn in den zwei Minuten der Nachspielzeit ereignete sich ausnahmsweise kein weiterer Treffer.
Das Spiel schien lang zu Gunsten der Eintracht auszugehen, doch mit dem 1:2 Anschlusstreffer der Aachener bekam die Partie noch mal richtig Fahrt und die Tore fielen geradezu im Minutentakt. Mit dem 3:3 schien der Käse gegessen. Doch die Gäste haben ihre Rechnung ohne den Kampfeswillen der Eintracht gemacht, denn der eingewechselte Tzavellas erkämpfte den Freistoß, der dann zum 4:3 Siegtreffer führte. Damit belegt die Eintracht erstmals in dieser Saison auch nach Abschluss des Spieltags die Tabellenführung. Am nächsten Samstag sind die Frankfurter beim TSV 1860 München zu Gast (Anpfiff 13:00 Uhr).

Stimmen zum Spiel

Benjamin Auer:
"Wenn man drei Tore auswärts bei einer Mannschaft schießt, die wohl zum Schluss aufsteigt, dann muss man einfach etwas mitnehmen."

Oka Nikolov:
"Im Fußball kann viel passieren. Aber zu Hause darf so etwas nicht passieren. Wir müssen einfach geordneter stehen, wenn man 2:0 führt. Es muss klar sein, dass wenn nach vorne nichts geht, man hinten dicht steht. Wir haben so einfache Gegentore gekriegt. Irgendwann ist das Glück dann auch mal aufgebraucht."

Armin Veh:
"Wir haben das Spiel klar im Griff gehabt und zumindest bis zur 75 Minute dominiert. Eine 2:0 Führung muss eigentlich schon reichen und spätestens nach dem 3:1 muss Ruhe sein. Was dann folgte, darf uns nie und nimmer passieren. Aber ich habe es schon öfters gesagt, wir bekommen in der zweiten Liga nichts geschenkt. Die Gegentore dürfen so nicht fallen. Beim 3:2 war der Ball so lange in der Luft, da sehe ich doch vorher was passiert. Auch der Freistoß, welcher zum 3:3 endete, darf nicht passieren. Aber meine Mannschaft glaubt immer an sich, auch wenn sie eigentlich vom Kopf her down sein müsste. So haben wir jetzt schon einige Spiele für uns entschieden. Zum Schluss war es ein wunderschönes Tor von Karim Matmour, besonders wie er reingelaufen ist. Am Ende haben wir glücklich, aber verdient gewonnen."

Friedhelm Funkel:
"Fußball kann so grausam sein, wenn man so verliert, wie wir heute. Grausam waren auch unsere ersten 20 Minuten. Die waren unterirdisch und nicht zweitligareif. Das laufintensive Spiel der Eintracht haben wir nicht in den Griff bekommen. Mit dem frühen 1:0 ging es los, da lief so ziemlich alles falsch. Dann haben wir es der Eintracht einfach zu leicht gemacht. Ich war froh, als es in die Halbzeit ging. Dort haben wir klare Worte gefunden. Anschließend waren wir mutiger nach vorne und haben schöne Tore erzielt. Aber wenn man, wie die Eintracht, oben steht, dann hat man sich das Glück auch erarbeitet und verdient. Auch wenn das letzte Tor niemals fallen darf und einem Torwartfehler vorausging. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft Charakter gezeigt und das sie jede Mannschaft fordern kann. Leider haben wir jetzt schon einige Spiele unglücklich verloren. Ich wünsche der Eintracht – der Mannschaft und dem Verein – alles Gute und besonders den Aufstieg."

(André Eichhorn)

TABELLE

1 SpVgg Greuther Fürth
2 Eintracht Frankfurt
3 Fortuna Düsseldorf
4 FC St. Pauli
5 SC Paderborn
6 TSV München 1860
7 1. FC Union Berlin
8 Eintracht Braunschweig
9 Dynamo Dresden
10 MSV Duisburg
11 VfL Bochum 1848
12 FC Ingolstadt 04
13 FSV Frankfurt 1899
14 FC Energie Cottbus
15 FC Erzgebirge Aue
16 Karlsruher SC
17 Alemannia Aachen
18 Hansa Rostock

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