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1. Spieltag (15.07.2011, 20:30 Uhr)
SpVgg Greuther Fürth
2 : 3
Eintracht Frankfurt
SpVgg Greuther Fürth
  1. Spieltag   2. Bundesliga
Eintracht Frankfurt

Sensationelle Aufholjagd bringt Auftaktsieg

Am ersten Spieltag der neuen Zweitligasaison 2011/12 hat die Eintracht bei der SpVgg Greuther Fürth nach 0:2-Pausenrückstand nach fulminanter Aufholjagd noch mit 3:2 dank zwei Toren von Meier (56., 64.) und Matmour kurz vor Schluss (89.) gewonnen.

Zum Saisonauftakt in Liga Zwei präsentierte Neu-Trainer Armin Veh eine erste Elf, auf die sich die Eintracht-Fans schon seit knapp 10 Tagen eingerichtet haben und die folglich keine Überraschungen bereit hielt: Die Viererkette vor Torwart Thomas Kessler, der das Duell gegen Oka Nikolov für sich entschied, bilden die Innenverteidiger Marco Russ und Gordon Schildenfeld, rechts verteidigt Sebastian Jung, links der Neuzugang von der Elfenbeinküste, Constant Djakpa.
Davor zieht der neue Kapitän Pirmin Schwegler als einziger „Sechser“ die Strippen im Mittelfeld und nimmt die so wichtige Funktion des Spieleröffners als Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff ein. Davor verdingen sich Sebastian Rode und Matthias Lehmann auf den Halbpositionen damit, im Zusammenspiel mit den aufrückenden Außenverteidigern und dem neu formierten Dreiersturm die gegnerische Defensive auszuhebeln.
Im Sturmzentrum agiert Erwin Hoffer, der sich zunächst von Theofanis Gekas den Stammplatz erobert hat, unterstützt auf den Außen von den immer wieder nach innen ziehenden Caio (rechts) und Alexander Meier (links).

Die 14 200 Zuschauer in der restlos ausverkauften Trolli Arena zu Fürth sahen in den ersten Minuten einen nervösen Beginn von beiden Mannschaften. Die gastgebende Spielvereinigung trat mit gehörigem Respekt auf und die Eintracht schaffte es erst nach und nach, ihr Kombinationsspiel von hinten heraus aufzuziehen. Ein Russ-Kopfball (7.) und ein Distanzschuss von Djakpa (8.), die beide knapp das Tor verfehlten waren die Startschüsse einer aus SGE-Sicht unbefriedigenden ersten Halbzeit.

Nachdem Alexander Meier nach schönem Spielzug über Rode und Jung mit einer Direktabnahme von der Strafraumgrenze deutlich über den Kasten zielte (14.), begann Schröck auf der Gegenseite mit einem Fernschuss in die Arme von Thomas Kessler den Offensivreigen der Fürther (20.).

Noch in der selben Minute viel der aus Eintracht-Sicht unglückliche Gegentreffer zum 0:1. Nach einem Doppelpass vom Sturmduo Occean und Nöthe marschierte letzterer allein aufs Tor von Kessler zu, umkurvte ihn genauso wie den hinzugeeilten Innenverteidiger Gordon Schildenfeld und schloss sicher ins verwaiste Tor ab.

Nöthe schockt Eintracht zweimal

Die Adlerträger waren empfindlich in der Anfangsphase getroffen, den Gastgebern spielte die Führung in die Karten. Sie konnten den Gegner kommen lassen und die über die sehr variabel agierende rechte Seite mit Caio und Rode sehr bemühte Eintracht schaffte es in der Folge des ersten Abschnitts kaum noch, echte Gefahr aufs Gehäuse der Fürther herauf zu beschwören.

Einzig große Möglichkeit war ein Heber Caios, nachdem sich Fürth-Torwart Grün verschätzte, der Ball ging jedoch wie jeder andere Versuch der Gäste in Halbzeit 1 über bzw. neben das Tor.
Greuther Fürth war dagegen beflügelt vom 1:0 und ließ den Ball mit zunehmender Dauer immer besser durch die eigenen Reihen laufen und belohnte sich selbst mit dem 2:0: Ein Missverständnis zwischen Kessler und Schildenfeld nach einem langen Ball brachte erneut Christopher Nöthe ins Spiel, der einen Abpraller schließlich ins erneut leere Gehäuse verwertete (44.).

Mit diesem 0:2 aus Sicht der Eintracht ging es in die Pause, aus der man dann schläfrig herauskam. Mittelfeld-Mann Edgar Prib von Fürth nahm sich im Mittelfeld der Kugel an und marschierte an Freund und Feind vorbei in den Strafraum und schloss aus spitzem Winkel und 13 Metern trocken ab, das Spielgerät landete zum Glück für alle Eintrachtler allerdings am Außenpfosten (46.).

Prib scheitert am Pfosten, bevor Meier für das Comeback sorgt

Es wäre das 3:0 für die Hausherren gewesen und damit wohl die Entscheidung, stattdessen brachte ein nicht heraus gespielter Treffer den Anschluss: Karaslavov köpfte im Luftduell im Sechzehner den Ball zu Meier, der aus knapp 20 Metern wunderbar volley abzog und mit einem anspruchsvollen Aufsetzer ins linke Eck Keeper Grün im Tor keine Chance ließ (56.).

Von nun an war die Eintracht das spielbestimmende Team, man besann sich endlich seiner Stärken im eigenen Offensivspiel, schnell versuchte man das Mittelfeld zu überbrücken und so zu klaren Chancen zu kommen. Nachdem Hoffer in unmittelbarem Anschluss ans 1:2 das Tor noch verfehlte (57.), war Meier in der 64. Minute erneut zur Stelle: Nach gut getimter Freistoßflanke von Kapitän Pirmin Schwegler setzte er sich im Luftduell gegen zwei Fürther durch und köpfte gefühlvoll ins diesmal rechte Toreck – Grün hatte erneut keine Abwehrgelegenheit.

Es begann jetzt ein absolut erstklassiges Fußballspiel zweier Aufstiegsaspiranten, die ihr Heil eindeutig in der Offensive suchten. Gute Chancen gab es einige, aber sowohl Occean (73.) und Sararer (83.) auf Seiten der Gastgeber als auch Hoffer nach tollem Spielzug (74.), Djakpa (77.) und Caio mit einem 25-Meter-Freistoß (79.) vergaben.

Neu-Adler Matmour erweist sich als brillanter Joker

Insgesamt war es nun ein ausgeglichenes Duell, das 2:2 war gerecht, beide Mannschaften schienen sich auch damit angefreundet zu haben, als die Adlerträger doch noch den Siegtreffer erzielten: Köhler nutze eine Unachtsamkeit an der Seitenauslinie von Nehrig, zog in die Mitte und leitete weiter zu Meier, der mit toller Übersicht den mittlerweile eingewechselten Karim Matmour bediente, der vom rechten Strafraumeck abzog und mit etwas Glück weil abgefälscht ins lange Eck traf (89.).

Nach starker Moral und toller Aufholjagd in der zweiten Halbzeit hat die Eintracht ihre Startschwierigkeiten in die zweite Liga noch in der ersten Partie überwunden und siegte letztlich etwas glücklich, aber nicht unverdient in beim Aufstiegsaspiranten Greuther Fürth noch mit 3:2. Nach den ersten drei verbuchten Punkten kann man nun guter Dinge das erste Heimspiel am übernächsten Montag (25.07.) gegen Mitabsteiger FC St. Pauli antreten.

Stimmen zum Spiel

Eintracht-Coach Armin Veh:
„Wir brauchten 15 Minuten, ehe wir im Spiel waren, haben dann aber gut gespielt. Die Gegentore resultierten aus individuellen Fehlern, die uns eigentlich nicht passieren dürfen. Zudem hatten wir zu Beginn der zweiten Hälfte Glück, dass Fürth nicht das 3:0 nachlegt und wir stattdessen das Anschlusstor machen. Insgesamt haben wir sicher etwas Glück gehabt, aber auch gut gespielt.“

Torwart Thomas Kessler:
„Ich muss in erster Linie meinen Vorderleuten ein Kompliment machen, die das 0:2 aufgeholt haben. Das zweite Tor nehme ich natürlich auf meine Kappe, da sah man auch, dass wir hinten noch nicht zu hundert Prozent eingespielt sind. Wir haben aber eine tolle Moral gezeigt. Ich sehe uns sehr stabil und auf einem sehr guten Weg.“

Innenverteidiger Marco Russ:
„Nach einer hektischen ersten Halbzeit haben wir toll zurück gefunden. Ich bin stolz auf die Mannschaft und die zweite Hälfte und denke, der Sieg ist letztlich verdient.“

(Tim Theobald)

TABELLE

1 SpVgg Greuther Fürth
2 Eintracht Frankfurt
3 Fortuna Düsseldorf
4 FC St. Pauli
5 SC Paderborn
6 TSV München 1860
7 1. FC Union Berlin
8 Eintracht Braunschweig
9 Dynamo Dresden
10 MSV Duisburg
11 VfL Bochum 1848
12 FC Ingolstadt 04
13 FSV Frankfurt 1899
14 FC Energie Cottbus
15 FC Erzgebirge Aue
16 Karlsruher SC
17 Alemannia Aachen
18 Hansa Rostock

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