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Eintracht Frankfurt
Bayer 04 Leverkusen
Vor 27.950 Zuschauern gewann die Frankfurter Eintracht das abendliche Topspiel des ersten Spieltages gegen Bayer Leverkusen. Nach Toren von Kießling (30.), Aigner (57.) und Lanig (82.) hieß es am Ende 2:1 (0:1) für die SGE.

Im Vergleich zum Pokalspiel in Aue nahm Eintracht-Trainer Veh zwei Änderungen in der Startaufstellung vor. Für die Innenverteidiger Butscher und Demidov rückten Neuzugang Zambrano und Rückkehrer Anderson in die Startformation zum ersten Bundesligaspiel.
Frankfurt und Leverkusen tasteten sich zunächst vorsichtig ab. Nennenswerte Torchancen wurden zu Beginn des Spiels kaum kreiert, zu sehr neutralisierten sich die Teams im Mittelfeld. Ausnahme war ein Schuss von dem Leverkusener Stürmer Kießling knapp vor der Strafraumgrenze, den Eintracht-Torhüter Trapp jedoch zur Ecke klären konnte (6.).
In der Folge blieb Leverkusen die leicht spielbestimmende Mannschaft. Bayer stand relativ hoch und versuchte, die nach vorne spielende Eintracht früh zu stören. Die Eintracht kam jedoch alsbald besser ins Spiel und häufiger vor das Tor von Leno. Zunächst spielte Rode einen öffnenden Pass auf Jung, der wunderbar in die Mitte des Strafraums flankte, wo Inuis Schuss gerade noch von einem Leverkusener abgeblockt werden konnte (13.). Nur vier Minuten später lupfte Meier einen nicht einfach zu nehmenden Ball zwar über den schon geschlagenen Leno, aber leider auch über das Tor.
In der 23. Minute hatten die Eintrachtfans den Torschrei schon auf den Lippen. Aigner hatte einen Treffer erzielt. Der Linienrichter sah den Ball beim Pass von Rode jedoch leider knapp im Toraus – eine knifflige Entscheidung.
In der 30. Spielminute – das Spiel hatte sich zuvor etwas beruhigt – fiel dann das 0:1. Die sich im Spielaufbau befindende Eintracht verlor den Ball, Bellarabi kam zum Schuss, den Trapp zwar noch parieren konnte, aber Kießling staubte freistehend ab. Dem auch in anderen Szenen (25., 36.) gut reagierenden Torhüter-Neuzugang der SGE war dabei kein Vorwurf zu machen. Ob per Fußabwehr, mit den Händen oder gar mit dem Kopf (61.), Trapp machte stets einen sicheren Eindruck.
Die Eintracht berappelte sich jedoch relativ schnell von dem Rückstand und kam in der 37. Minute zu einer weiteren guten Torchance: Occéan hatte den Ball auf Aigner durchgesteckt, der die Kugel – weil der herauslaufende Leno den Winkel geschickt verkürzte – jedoch knapp am Tor vorbei schob.
Eine Minute später wurde die nächste knifflige Szene zuungunsten der Eintracht entschieden. Meier sprintete in einen zu kurzen Rückpass und kam im Strafraum durch den aus seinem Tor stürmenden Bayer-Keeper zu Fall. Der Torhüter hatte den Frankfurter am Fuß getroffen. Die Pfeife von Schiedsrichter Kinhöfer blieb jedoch stumm, dabei hätte es die rote Karte für Leno und Elfmeter für die Eintracht geben müssen. In gewisser Weise ähnelte die Szene der Notbremse von Trapp im Aue-Spiel – mit dem kleinen Unterschied, dass diesmal kein Elfer gegeben wurde. Man kann wahrlich nicht sagen, dass die Eintracht mit Schiedsrichterentscheidungen zu Saisonbeginn Glück hat.
Eine Minute vor der Halbzeit hatten die Frankfurter die nächste gute Gelegenheit. Schwegler passte von rechts im Strafraum auf Occéan, der unter Bedrängnis den Ball jedoch nicht im Tor unterbringen konnte.
Insgesamt machten die Hessen in Hälfte eins ein ordentliches Spiel. Sie bemühten sich um zielstrebigen Kombinationsfußball, häufig über die Sechser Schwegler und Rode oder über die Außenpositionen. Dabei sprangen durchaus einige Chancen heraus, aber natürlich kam auch der Gegner durch die offensive Grundeinstellung der Frankfurter zu Torgelegenheiten. Leider wurde die Risikobereitschaft der SGE zunächst nicht belohnt; die Spielweise machte jedoch Lust auf mehr und wurde von dem zwar dezimierten, aber lautstarken Publikum honoriert.
Nachdem Leverkusen in der 49. und 50. Minute zweimal vor dem Frankfurter Tor aufgetaucht war, spielte Rode einen öffnenden Pass auf den links gestarteten Inui, der in den Strafraum zog und erst in Leno seinen Meister fand. Weitere weniger gute Torchancen in der 54. und 55. Minute brachten der Eintracht auch noch nicht den gewünschten Erfolg. Doch zwei Minuten später wurden die Offensivbemühungen der Eintracht endlich belohnt. Oczipka hatte sich auf der linken Seite bis an die Torauslinie durchgedribbelt und auf Inui zurückgelegt. Dessen Schuss wurde zwar von Leno noch gehalten, doch im Nachfassen verwandelte Aigner. Der Ausgleich war völlig verdient.
Auch fortan versteckte sich keine der beiden Mannschaften. Leverkusen kam in der 60. Minute zu einer guten Torgelegenheit, Jung konnte jedoch gerade noch zur Ecke klären. In der 70. Minute köpfte Kießling nach schöner Flanke über den Kasten, nur eine Minute später strich ein Schuss von Castro rechts an Trapps Tor vorbei. Kurz darauf war wieder die Eintracht am Zug. Occéan bekam im Fünfmeterraum den Ball nach einer Flanke nicht so gut unter Kontrolle, dass er ihn im Gehäuse der Leverkusener unterbringen konnte – sein Schuss ging drüber. Nur drei Minuten später strich ein weiterer Schuss – diesmal von Rode – knapp am Tor der Bayer-Elf vorbei.
Kurz darauf wurde Rode verletzungsbedingt ausgewechselt. Hoffentlich nichts Schlimmes – gute Genesung! Für den Blondschopf kam Lanig ins Spiel. Bereits kurz vorher wurde Celozzi für Inui aufs Feld geschickt. Veh bewies bei den Wechseln ein goldenes Händchen. Denn in der 82. Minute spielte Jung Celozzi auf der rechten Seite geschickt frei. Celozzi lief noch ein paar Schritte mit dem Ball und flankte dann butterweich auf Lanig, der seine Kopfballstärke voll ausspielen konnte und für Leno unhaltbar ins rechte untere Toreck einnickte. Ein herrlicher Treffer und ein hochverdienter Lohn für das beherzte Offensivspiel!
Die Eintracht konnte die Führung in den letzten Minuten sicher über die Zeit bringen. Dies lag auch daran, dass sie sich weiterhin nicht versteckte, sondern Leverkusen im Mittelfeld immer wieder forderte.
Mit dem Sieg gegen eine stark einzuschätzende Mannschaft ist der SGE der Saisonauftakt in der Liga voll gelungen. Vor allem das mutige Offensivspiel und die Risikobereitschaft beeindruckten dabei. Auch der leidenschaftliche Einsatz und das Kämpferherz, nach strittigen Entscheidungen des Schiedsrichters und einem Rückstand nicht aufzustecken, waren heute die Garanten für den Sieg.
Eintracht-Trainer Armin Veh: "Ich habe von beiden Mannschaften ein richtig gutes Bundesligaspiel gesehen. Das Verteidigen war heute sehr schwer, da Leverkusen unheimlich offensivstark ist. Sie sind teilweise mit sechs, sieben Mann vor unserem 16er aufgetaucht. Deshalb haben wir auch die eine oder andere Torchance zu viel zugelassen. Aber auch wir haben in der ersten Halbzeit gute Möglichkeiten gehabt. Nur gerade gegen so eine Mannschaft 0:1 in Rückstand zu geraten, ist natürlich immens schwer. Zumal wir auch benachteiligt worden sind. Aus meiner Sicht kann es einen klareren Elfer gar nicht geben. Normalerweise ist solch eine Situation spielentscheidend. Gott sei Dank war dem heute nicht so. Auch das abgepfiffene Tor, nach der Vorarbeit von Sebastian Rode, da war für mich nicht eindeutig, ob der Ball wirklich im Aus war. Trotzdem konnten wir uns in der Halbzeit sagen, wir haben bisher ein gutes Spiel gezeigt, gegen einen sehr guten Gegner, der für mich um die Champions League Plätze spielt. Wir durften nur nicht den Fehler machen, dass wir uns in der zweiten Halbzeit noch mehr öffnen. Nach der Halbzeit kann Bayer auch 0:2 in Führung gehen. Wenn das Tor fällt, dann kommen wir wohl nicht mehr zurück. Doch getragen vom Publikum haben wir weiterhin unsere Torchancen gehabt. Die Treffer fielen dann zum richtigen Zeitpunkt. Letztendlich freue ich mich, dass wir für unser couragiertes Spiel belohnt worden sind."
Bayer-Trainer Sascha Lewandowski: "Die Truppe hatte sich viel vorgenommen für das erste Spiel und war gallig auf den ersten Sieg. Doch wir waren zu übereifrig. Über die gesamten 90 Minuten hat uns oft die Ruhe und die Abgeklärtheit in den Situationen gefehlt, sei es in der Arbeit gegen den Ball oder in Aktionen mit dem Ball. Das war heute unser großes Manko und hat sich durch das ganze Spiel gezogen. Die Folge war, dass wir defensiv nie so richtig die Kompaktheit hatten. Auch bei eigenem Ballbesitz haben wir viele Dinge zu übereifrig gelöst. Offensiv sind wir extrem oft ins Abseits gelaufen, das hätten wir abgeklärter und klüger ausspielen können. Leider hat uns heute hier der Übereifer die Punkte gekostet."
Pirmin Schwegler: "Es war ein offenes Spiel, in dem wir auch Rückschläge wegstecken mussten. Heute hat die Chemie gestimmt, auch das Wechselspiel zwischen Offensive zu Defensive und umgekehrt war sehr gut. Wir wissen, was in uns steckt und haben das auch nicht nach dem Pokalspiel angezweifelt. Zur strittigen Szene und dem nicht gegebenen Elfmeter kann ich nur sagen, dass wir den Alex besser kennen als der Schiedsrichter. Und wenn er weiterlaufen kann, dann macht er das Tor. Daher war für mich klar, dass der Torwart ihn berührt haben muss. Aber über 'was wäre wenn' brauchen wir nicht mehr zu reden, denn wir haben trotzdem gewonnen. Nun gilt es die heutige Leistung auch in den kommenden Wochen abzurufen."
Bastian Oczipka: "Ja, die Situation vor dem 1:1 kann ich gar nicht so richtig beschreiben. Man schnappt sich einfach den Ball, versucht dann durch die Lücken zu gehen, das geschieht sehr instinktiv. Doch das Wichtigste ist, dass wir das Tor geschossen haben. Ich denke, schon in der ersten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft, haben viele Chancen und gute Aktionen nach vorne gehabt. Natürlich haben wir auch hinten etwas zu viel zugelassen, aber insgesamt war es ein gutes Spiel."
Stefan Aigner: "Wir haben in der ersten Halbzeit schon ein gutes Spiel abgeliefert und einiges an Aufwand betrieben. Mit dem 1:1 ging ein Ruck durch die Mannschaft, wir haben einfach nie aufgesteckt. Das zeigt den Ehrgeiz von der Mannschaft und den Zusammenhalt. Ich denke, es war ein Arbeitssieg. Die Stimmung im Stadion war unglaublich und ich will nicht wissen, wie laut es wird, wenn alle da sind."
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(JSä)
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